Steuerung im Bildungssystem (abgeschlossene Projekte)

Effekte schulischer Evaluationspraxis auf Schülerleistung

Evaluationsgestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung ist ein wesentliches Ziel gegenwärtiger Steuerungsbemühungen im deutschen Schulsystem. Mit der Einführung von bildungsstandardbasierten Tests, zentralen Abschlussprüfungen, externen sowie internen Evaluationen verbindet die Bildungspolitik in den meisten Bundesländern hohe Erwartungen hinsichtlich einer datenbasierten Weiterentwicklung von Schule und Unterricht, die idealerweise in einer Verbesserung der Schülerleistung mündet. Bislang liegen allerdings kaum empirische Befunde vor, die die Wirksamkeit unterschiedlicher Strategien der Datennutzung im Hinblick auf Schülerleistungen untersuchen. Im Sinne eines holistischen Ansatzes der Qualitätssicherung und -entwicklung stehen in Schulen für die Initiierung von Entwicklungsaktivitäten Daten aus Vergleichsarbeiten, zentralen Abschlussprüfungen, der Schulinspektion und internen Evaluationen zur Verfügung. Ziel des Projektes ist es die (steuerungspolitisch intendierten) Effekte schulischer Evaluationspraxis auf die Entwicklung der (adjustierten) Schülerleistung zu analysieren sowie ko-determinierende organisationale Merkmale der Schulen zu untersuchen. Zu diesem Zweck soll ein umfangreicher Datensatzes für Sekundäranalysen generiert werden. Dieser besteht einerseits aus Befragungsdaten von Schul- und Fachkonferenzleitungen zur schulischen Evaluationspraxis und Merkmalen der Organisation Schule sowie andererseits aus verschiedenen routinemäßig erhobenen Schülerleistungsdaten aus Vergleichsarbeiten sowie zentralen Abschlussprüfungen verschiedener Kohorten um Längsschnittanalysen zu ermöglichen.

Ansprechpartner:
Dr. Sebastian Wurster
Institut für Erziehungswissenschaft, AG Schulforschung/Schulpädagogik, JGU

 

Exzellenz in der Wissenschaft. Zum Einfluss sozialer Vernetzung aus marktsoziologischer Perspektive

In den letzten Dekaden wird sich wieder zunehmend kritisch mit dem Thema Elite und Elitebildung auseinandergesetzt. In der Wissenschaftsforschung wird sich vermehrt der Frage zugewandt, wer zur Wissenschaftselite zählt. Mit Blick auf den aktuellen Forschungsstand wird allerdings deutlich, dass bisherige Erklärungsansätze, die sich mit der Identifikation von Eliten auseinandersetzen, kaum ausreichen, wissenschaftliche Exzellenz sowie Einfluss- und Wechselwirkungsmechanismen auf Elitebildungsprozesse zu erklären. Dieses Projekt beschäftigt sich daher mit den Fragen, was wissenschaftliche Exzellenz auszeichnet, welche Faktoren eine Rolle spielen und wie die "Exzellenzen" im nationalen Hochschul- und Bildungskontext identifiziert werden können. Um diesen Fragen nachgehen zu können, wird zur Operationalisierung und Identifikation ein marktsoziologischer Ansatz verfolgt. In der Marktsoziologie werden Machtmechanismen nicht durch Angebot und Nachfrage, sondern vielmehr durch die Wirkung der Einbettung von Märkten in soziale Strukturen bestimmt. Es wird hierzu aufgezeigt werden, dass sich diese theoretischen Konzepte besonders gut eignen, um Wechselwirkungsmechanismen zwischen Makro- und Mikroebene sowie Einflüsse sozialer Organisation im Hochschul- und Bildungssystem empirisch zu untersuchen. Um dabei den Abstraktionsgrad zu reduzieren und die theoretischen Ansätze auf das nationale Hochschulsystem zu übertragen, wird zur Operationalisierung das multimodale relationale Datenanalyse-Modell Social Academic Analytics (SAA) den Untersuchungen zu Grunde gelegt. Der multimodale Ansatz befasst sich dabei mit der ganzheitlichen Frage "Wer tauscht was mit wem in welcher Form zu welcher Zeit mit welchem Effekt aus?", um dabei soziale Organisationsstrukturen und Wechselwirkungsmechanismen im Hochschul- und Bildungssystem auf Makroebene (Strukturanalysen) und Mikroebene (Positionsanalysen) mit Hilfe von relationalen und strukturellen Daten explorieren zu können.

Am Beispiel des Exzellenzclusters PRISMA des Forschungsnetzwerks der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz soll beispielhaft und mit Hilfe netzwerkanalytischer Methoden dem Forschungsziel empirisch nachgegangen werden. Neben der Beantwortung der Forschungsfragen zielt das Projekt darauf, eine Brücke zwischen Theorie und Empirie zu bilden, die zum einen den interdisziplinären Zugang zur praktischen Hochschulforschung gewährleistet und zum anderen zur Weiterentwicklung von Forschungsansätzen und Untersuchungsmethoden im Bereich der Hochschul- und Bildungsforschung beiträgt.

Ansprechpartnerin:
Dr. Cathleen M. Stützer
Institut für Soziologie, JGU

 

Boulevardisierung von Wissenschaftsberichterstattung

Im Kontext der wachsenden institutionellen Autonomie sowie der wettbewerblichen Entwicklung im Wissenschaftssektor gewinnt die Außendarstellung und -wirkung von Wissenschaft und ihren Einrichtungen – und damit auch das Bild, das Massenmedien vermitteln – an zunehmender Bedeutung. Mit dem Ziel, in der Öffentlichkeit Legitimation für kostenintensive Forschung zu erlangen, steht die Wissenschaft zugleich vor der Herausforderung, komplexe wissenschaftliche Sachverhalte einer breiten Laienöffentlichkeit zugänglich zu machen. In diesem Zusammenhang ist denkbar, dass eine erkennbare Relevanz von Wissenschaft in der Öffentlichkeit mit populären und banalen Inhalten "erkauft" wird.

Das Forschungsprojekt "Boulevardisierung von Wissenschaftsberichterstattung" beschäftigt sich mit der medialen Darstellung von Wissenschaft in der deutschen Tagespresse. Im Fokus der Untersuchung steht die Frage, ob im Zeitverlauf der letzten zwanzig Jahre Boulevardisierungsprozesse in der Wissenschaftsberichterstattung der deutschen überregionalen Tagespresse stattgefunden haben und damit die notwendige öffentliche Aufmerksamkeit, die Wissenschaft benötigt, durch eine Trivialisierung und Sensationalisierung der vermittelten Inhalte erkauft wird.

Die empirische Umsetzung des Projekts erfolgt mittels einer quantitativen Inhaltsanalyse. In einer Längsschnittanalyse im Zeitraum von 1995 bis 2014 werden Veränderungen in der Berichterstattung über Wissenschaft analysiert. Untersuchungsgegenstand sind vier deutsche überregionale Tageszeitungen (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Die Welt) sowie die Wochenzeitung Die ZEIT. Auf Basis der Ergebnisse der Inhaltsanalyse kann schließlich die Kritik an einer Boulevardisierung von Wissenschaftsberichterstattung empirisch erhellt werden. Ferner können Vergleiche zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen angestellt werden.

Das Forschungsprojekt liegt im Schnittfeld von Kommunikationswissenschaft und dem Bereich der Bildungs- und Hochschulforschung und bringt bislang kaum verknüpfte sozialwissenschaftliche Disziplinen miteinander in Verbindung. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts bieten der Hochschulforschung neue Impulse, indem die Massenmedien als organisationsexterne Perspektive einbezogen werden. Insbesondere im Kontext der gewonnenen Hochschulautonomie und vor dem Hintergrund der wachsenden Erwartungen an Sichtbarkeit und Nützlichkeit, die an Wissenschaft gerichtet wird, ist dies von großer Bedeutung.

Ansprechpartnerin:
Helena Berg
Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung, JGU

 

Stand des volkswirtschaftlichen Wissens bei Schülerinnen und Schülern an allgemein- und berufsbildenden Schulen gegen Ende der Sekundarstufe II

Mit Hilfe der deutschen Adaption der vierten – und damit aktuellsten – Version des Test of Economic Literacy des US-Amerikanischen Council for Economic Education wird das volkswirtschaftliche Wissen von 600 bis 900 Schülern/-innen aus Deutschland erhoben. Damit erfolgt eine Analyse, inwieweit deutsche Schüler/-innen über ein ökonomisches Grundwissen verfügen, die u.a. notwendig ist, um aktuelle öffentliche Debatten in den Medien (EURO-, Banken- und Finanzkrise) nachverfolgen zu können. Da zu erwarten ist, dass dieses Grundwissen von Schülern in Deutschland stark unterschiedlich ausgeprägt ist, werden Schüler aus verschiedenen Schulformen (allgemeinbildender und berufsbildender Bereich), gegen Ende der Sekundarstufe II befragt. Neben den geplanten nationalen Analysen liegen den Antragstellern bereits Vergleichsdaten von ca. 2.000 Highschool-Schülern/-innen aus den USA vor. Mit Hilfe der erhobenen Daten aus Deutschland sowie den Vergleichsdaten aus den USA werden erste international vergleichende Analysen durchgeführt.

Ansprechpartner:
Jun.-Prof. Dr. Manuel Förster und Dr. Roland Happ
Gutenberg School of Management and Economics, Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik, JGU

 

Adaption und Validierung eines Testinstruments im Bereich "financial literacy"

Spätestens seit der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 stellt der Bereich der financial literacy ein weltweit viel diskutiertes Thema dar. Dabei wird kritisch hinterfragt, wie gut junge Erwachsene mit Themen wie dem verantwortungsvollen Umgang mit Geld oder der eigenen Investitionstätigkeiten vertraut sind. Es wird ersichtlich, dass für Deutschland kaum Instrumente existieren, die auf die Erfassung der financial literacy bei Studienanfängerinnen und -anfängern an deutschen Universitäten/Fachhochschulen ausgerichtet sind. Hierbei existiert mit dem US-Amerikanischen Financial Fitness for Life-Test ein Instrument, das auf die Erfassung dieses Zielkonstrukts bei Studienanfängerinnen und -anfängern abzielt. Ziel des vorliegenden Vorhabens ist es, dieses Testinstrument zunächst nach international anerkannten Standards, wie den Test Adaption Guidelines, ins Deutsche zu adaptieren und inhaltlich zu validieren. Danach sollen die Aufgaben bei ca. 1.000 Studienanfängerinnen und Studienanfängern der Wirtschaftswissenschaften sowie anderer Fachdomänen (Disziplinen) (Kontrastgruppen) eingesetzt werden. Durch die Erhebung an unterschiedlichen deutschen Hochschulen sowie den Einsatz des Testinstruments in verschiedenen Ländern (bspw. USA oder Japan) bieten sich hier sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene vergleichende Studien an.

Ansprechpartner:
Jun.-Prof. Dr. Manuel Förster und Dipl.-Hdl. Roland Happ
Gutenberg School of Management and Economics, Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik, JGU

 

Evidenzbasiertes Handeln im schulischen Mehrebenensystem (EviS) – Ergänzende Finanzierung des Forschungsverbundes zur Durchführung einer vertiefenden Teilstudie zur Wirkung und Rezeption von externer Evaluation

Im Rahmen des Projekts liegt der Schwerpunkt der Untersuchung auf der Wirkung von Schulevaluation als spezifische Evidenzquelle. Hierbei interessieren insbesondere der Zusammenhang mit Funktionen der Evaluation und Nutzenformen sowie der Einfluss der Schuladministration und Schulleitung. Untersucht werden soll in diesem Zusammenhang, inwiefern unterschiedliche Formen der institutionellen Rezeptionspraxis Wirkungen auf die individuelle Rezeption und Evidenzbasierung schulischen Handelns entfalten.

Website des Projekts EviS

Ansprechpartner:
Univ.-Prof. Dr. Uwe Schmidt
Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung, JGU

 

Das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz - zwischen zentraler Steuerung und dezentraler Nachfrage

Die externe Evaluation fokussiert die Rolle des Pädagogischen Landesinstituts im System schulischer Qualitätssicherung und -entwicklung in Rheinland-Pfalz, drei Jahre nach der Fusion der ehemals drei pädagogischen Serviceeinrichtungen zu einem Landesinstitut. Das Pädagogische Landesinstitut vermittelt zwischen dezentraler Planung und Nachfrage von Personal- und Organisationsentwicklungsmaßnahmen auf Seiten von Schulen sowie Lehrkräften und zentralen Vorgaben auf Seiten der Bildungspolitik. Dies wirft die Frage nach den Möglichkeiten einer interinstitutionell koordinierten Planung und Konzeption von Angeboten auf, die eine gezielte lokale Schul- und Unterrichtsentwicklung unterstützen:

  • Wie ist das Angebot des Pädagogischen Landesinstituts hinsichtlich der Unterstützung schulischer Qualitätsentwicklung und einem sich verändernden Anforderungsprofil für Lehrkräfte aus Sicht der Schulen und Lehrkräfte einzuschätzen?
  • Wie gestalten sich vor dem Hintergrund des Fusionsprozesses der ehemals drei Institute zu einem einzigen Landesinstitut sowie der Einführung des Instruments der Zielvereinbarung die Planungs- und Abstimmungsprozesse zwischen MBWWK und Pädagogischen Landesinstitut?
  • Wie und in welchen Arbeitsbereichen werden empirisch gewonnene Informationen in der Einzelschule sowie in Bildungsadministration und -politik als Steuerungswissen für die (strategische) Planung von Organisations- und Personalentwicklungsmaßnahmen genutzt?

Zur Beantwortung dieser Fragestellungen werden neben Vertreter/-innen des Pädagogischen Landesinstituts verschiedene Akteure des Gesamtsystems schulischer Qualitätsentwicklung (AQS, Ministerium, ADD, Schulen) befragt, um dem institutionenübergreifenden Zusammenspiel der einzelnen Akteure Rechnung zu tragen und möglichst die Perspektive aller Beteiligten einfließen zu lassen. Die Daten werden sowohl mit leitfadengestützten Interviews als auch standardisierten, schriftlichen Befragungen erhoben, um mit verschiedenen methodischen Zugängen ein abgerundetes Bild zu erhalten.

Projektleitung:
Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren (Universität Duisburg-Essen), Dr. Frauke Choi (Universität Mainz) und Univ.-Prof. Dr. Uwe Schmidt (Universität Mainz)

Projektmitarbeiterin:
Nadine Göb, M.A. (Universität Mainz) und Miriam Arnold (Universität Mainz)

Gefördert von:
Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (Rheinland-Pfalz)

Projektlaufzeit:
August 2013 – August 2015

 

Die Messung von Kompetenzen im Hochschulbereich: Kompetenzen in Methoden der empirischen Sozialforschung

Unter der Leitung von Dr. Jürgen Schiener und Dr. Felix Wolter vom Institut für Soziologie der Universität Mainz wird derzeit ein Projekt zur Messung von Kompetenzen im Hochschulbereich durchgeführt. Insbesondere im allgemeinbildenden schulischen Bildungssystem gibt es mittlerweile gut ausgearbeitete Kompetenzmodelle und Messinstrumente; in großen internationalen und nationalen Erhebungen wie PISA, TIMSS und IGLU werden kontinuierlich Kompetenzen von Schülern erhoben. Eine Forschungslücke sehen die Projektakteure allerdings im Bereich der Kompetenzdiagnostik im Hochschulbereich. Ziel eines Drittmittelantrags soll die Entwicklung eines Kompetenzmodells zur Messung von Kompetenzen in den Methoden der empirischen Sozialforschung sein.

Ansprechpartner:
Dr. Jürgen Schiener und Dr. Felix Wolter
Institut für Soziologie, Abt. Organisation von Arbeit und Betrieb, JGU

 

Wirkung von Qualitätssicherungsmaßnahmen

In den letzten Jahren ist die Qualitätssicherung an Hochschulen bedeutsamer geworden. Mit der Einführung der Akkreditierung und der Umsetzung des Bologna-Prozesses wurde ein Instrument mit hoher Verbindlichkeit eingeführt. Bei dem geplanten Projekt liegt der Fokus auf den Effekten von Qualitätssicherungsmaßnahmen an Hochschulen. Die Grundlage bilden einzelne Instrumente der Qualitätssicherung auf unterschiedlichen Ebenen, d.h. auf Ebene des organisationalen und individuellen Handelns. Der Fokus des Projektes liegt auf:

  • Der Umsetzung von Empfehlungen und Auflagen aus Studiengangakkreditierungen und deren Wirkung auf verschiedene Akteurgruppen (Hochschulleitung, Fachbereichsleitung, Studiengangleitung, Lehrende);
  • Die Wirkung hochschuldidaktischer Angebote auf die Einstellungen zur Lehrpraxis und Lehre;
  • Die Wirkung von Lehrveranstaltungsbefragungen auf die Lehrpraxis und die Steuerung von Lehr- und Lernprozessen mit Bezug zu Studiengangverantwortlichen bzw. Fachbereichsleitungen und Lehrenden auf Grund von Erhebungen widerspiegeln;
  • Die Rezeption und Wirkung weiterer Erhebungen im Rahmen von Qualitätssicherungsverfahren, wie Studienbefragungen oder Absolventenstudien etc.

Ansprechpartner:
Univ.-Prof. Dr. Uwe Schmidt
Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung, JGU

 

Wiwikom – Modellierung und Messung wirtschaftswissenschaftlicher Fachkompetenz bei Studierenden bzw. Hochschulabsolventen mittels Adaption und Weiterentwicklung vorliegender amerikanischer und mexikanischer Messinstrumente

Bislang gibt es kein deutschsprachiges Instrument, das den Anforderungen an die Erfassung wirtschaftswissenschaftlicher (Fach)Kompetenz auf akademischem Niveau gerecht wird. In diesem Projekt sollen daher für die Wirtschaftswissenschaften geeignete internationale Messinstrumente adaptiert und Messmodelle entwickelt werden, die zu einer empiriegestützten Niveau- und Strukturmodellierung der wirtschaftswissenschaftlichen Fachkompetenz erheblich beitragen können. Dazu werden sowohl ein im englisch- als auch ein im spanischsprachigen Raum bewährter Test in Kooperation mit Translationsexperten übersetzt und an Hand von Analysen der Curricula der deutschen wirtschaftswissenschaftlichen Universitäts- und Fachhochschulfakultäten inhaltlich validiert.

Aus den Daten des Pretests wird entlang der probabilistischen Testtheorie und unter Anwendung von Faktoranalysen und Strukturgleichungsmodellierungen sowie deren Kombination (Exploratory Structural Equation Modeling- Ansatz) ein geeignetes, messinvariantes, prognostisch- und konstruktvalides Testmodell konzipiert. Nach erforderlichen Testmodifikationen werden Erhebungen an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen vorgenommen. Sie liefern erste Erkenntnisse, ob die im Pretest gewonnene Teststruktur verallgemeinerbar und das Instrument für alle einbezogenen Studiengänge und Institutionen valide ist. Zudem ermöglicht sie einen Vergleich der Kompetenzausprägungen und den zugrunde liegenden Kompetenzstruktur- und ggf. Kompetenzniveaumodellen von deutschen mit amerikanischen und mexikanischen Studierenden.

Projektbeteiligte:
Univ.-Prof. Dr. Olga Zlatkin-Troitschanskaia
Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik, JGU

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Härdle
School of Business and Economics, Humboldt-Universität zu Berlin

Univ.-Prof. Dr. Silvia Hansen-Schirra
Institut für Anglistik, Amerikanistik und Anglophonie, JGU

Manuel Förster
Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik, JGU

Kooperationspartner:
Florian Aschinger, Dr. Hildegard Schaeper und Dr. Andreas Vöttiner
Nationales Bildungspanel (NEPS)

Univ.-Prof. Dr. Klaus Beck
Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik, JGU

Univ.-Prof. Dr. Dieter Huber
Institut für Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaft, JGU
Council for Economic Education

Univ.-Prof. Dr. Dirk Ifenthaler
Universität Mannheim

Univ.-Prof. Dr. Daniel Porath
Fachhochschule Mainz

Univ.-Prof. Dr. Michael-Jörg Oesterle
Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Organisation, Personal und Unternehmensführung, Uni Hagen

Univ.-Prof. Alexandra Spitz-Oener
Humboldt-Universität zu Berlin

Rafael Vidal Uribe
Director General CENEVAL

Univ.-Prof. Dr. William B. Walstad
University of Nebraska-Lincoln

Univ.-Prof. Dr. Oliver Wilhelm
Universität Duisburg-Essen

Projektlaufzeit:
3 Jahre

 

Projekt: Rolle des pädagogischen Unterstützungssystems

Das Projekt "Rolle des pädagogischen Unterstützungssystems" knüpft an das Projekt "Externe Schulevaluation als Baustein schulischer Qualitätsentwicklung in Rheinland-Pfalz: Explorative Analyse institutionenübergreifender Ziele und Prozesse" an. Bei diesem Projekt lag der Fokus auf der Frage, welchen Nutzen Verfahren der externen Evaluation für die Schul- und Unterrichtsentwicklung haben. In der Folgestudie soll nun die wichtige Rolle des pädagogischen Landesinstituts (PL) bei der Qualitätsentwicklung rheinland-pfälzischer Schulen fokussiert werden. Das Pädagogische Landesinstitut ist eine pädagogische Serviceeinrichtung, die für Maßnahmen der Personalentwicklung, für die Erstellung von Materialien zur Unterstützung der Unterrichtsentwicklung sowie für die technisch-organisatorische Unterstützung rheinland-pfälzischer Schulen zuständig ist. Die Studie beinhaltet eine prozessorientierte Studie, die vor dem Hintergrund einer Governanceperspektive die Aufgabenplanung, Aufgabenerfüllung sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung und zur Bedarfsorientierung des PL in ihrem Zusammenspiel mit den Institutionen Schulen, AQS, ADD und Ministerium in den Mittelpunkt stellt. Dabei soll die Frage beantwortet werden, wie das Monitoring in Rheinland-Pfalz aufgebaut sein muss, um sowohl das PL mit Blick auf die Entwicklung eines evidenzbasierten Personalentwicklungsangebots als auch das MBWWK bei der Steuerung des PL zu unterstützen.

Ansprechpartner:
Dr. Frauke Choi (JGU) – operative Projektleitung

Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren (Universität Duisburg-Essen) – fachliche Projektleitung

 

Financial Expert Discourse

The production, circulation and transformation of heterogeneous knowledge in financial economics between market, state and academica

Zeitgenössische Wissensgesellschaften greifen immer häufiger auf Expertenwissen als Problemlösungs- und Orientierungswissen zurück. In dem Forschungsprojekt  "Financial Expert Discourse. The production, circulation and transformation of heterogeneous knowledge in financial economics between market, state and academica". wird die Finanzwissenschaft als ein "transepistemisches Feld" betrachtet, in dem Wissen in verschiedenen, sehr heterogenen Kontexten generiert und unterschiedliche wirksam wird, nämlich an Universitäten, an Banken, an Wirtschaftsforschungsinstituten oder auch in Marktregulierungseinrichtungen. Finanzmärkte werden in dem Vorhaben als Wissensmärkte in den Blick genommen, in denen Wissensasymmetrien mobilisiert und von zahllosen Experten aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert und mit unterschiedlichen Zielen für verschiedene akademische und nicht akademische Felder nutzbar gemacht werden. Aus diskursanalytischer Sicht soll der Frage nachgegangen werden, wie Wissen produziert und in unterschiedlichen Feldern wirksam wird.

Ansprechpartner:
Jun.-Prof. Dr. Johannes Angermüller
Institut für Soziologie, JGU

 

Projekt „Qualitätsmanagement an Hochschulen“ des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft

Das Programm "Qualitätsmanagement an Hochschulen" des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft dient der Etablierung bzw. dem Ausbau eines Qualitätsmanagementsystems zur Hochschulsteuerung. Seit 2008 wird die Universität Mainz vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der Heinz Nixdorf Stiftung gefördert. Gemeinsam mit drei weiteren Hochschulen wurde sie von einem Expertenbeirat aufgrund ihres herausragenden Qualitätsmanagement-Konzepts als Pilothochschule ausgewählt.

Im Rahmen des Projekts "Qualitätsmanagement an Hochschulen" hat sich die Universität Mainz zum Ziel gesetzt, die bestehenden Arbeitsbereiche und Instrumentarien der Qualitätssicherung an deren Schnittstellen zu optimieren und aufeinander abzustimmen. Qualitätsmanagement wird dabei als Spannungsfeld zwischen Hochschulsteuerung und Qualitätssicherung verstanden, wobei das komplexe Verhältnis zwischen Steuerung und Qualitätssicherung angemessen definiert und strukturell verankert werden soll. Beabsichtigt wird vor allem, das Qualitätsmanagement an den Schnittstellen zwischen zentralen und dezentralen Qualitätssicherungselementen zu verbessern.

Die Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements bezieht sich zusammenfassend auf drei Bereiche:

  1. Die Optimierung bereits vorhandener und Entwicklung ergänzender Qualitätssicherungsinstrumente.
  2. Übertragung zentraler Qualitätssicherungsprozesse auf die dezentrale Ebene und Definition weiterer Prozesse.
  3. Bessere Kopplung der einzelnen Qualitätssicherungs- und Steuerungsinstrumente.

 

Einführung eines Qualitätsmanagementsystems an der Hochschule Fulda

Wissenschaftliche Begleitung des Projekts "Einführung eines IT-gestützten prozessorientierten Qualitätsmanagementsystems" an der Hochschule Fulda

Die Einführung eines IT-gestützten prozessorientierten Qualitätsmanagementsystems an der Hochschule Fulda im Jahr 2007 zielt auf unterschiedliche Qualitätsebenen ab und soll perspektivisch entsprechend des EFQM-Modells sowohl die Ergebnisse als auch die zur Erreichung der Ergebnisse zur Verfügung stehenden Mittel und Wege verbessern. Ziele sind u.a. die Schaffung einer hochschulweiten prozessorientierten Organisationsstruktur, mit der die kreativen und individuellen Prozesse "Lehre und Lernen" sowie "Forschen" optimal unterstützt werden, die verbesserte Berücksichtigung der Anforderungen der Stakeholder (Studierende, potenzielle Arbeitgeber, staatl. Institutionen, Gesellschaft, Lehrende, Mitarbeiter/innen, etc.) sowie eine höhere Qualitätssicherheit und Transparenz infolge besser beherrschter Prozesse. Im Januar 2008 hat der Stifterband für die Deutsche Wissenschaft und die Heinz Nixdorf Stiftung das Qualitätsmanagement-Konzept der Hochschule Fulda mit einem Förderpreis in Höhe von 300.000 Euro ausgezeichnet.

Das Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung führt die wissenschaftliche Begleitung des Projekts durch. Dabei findet das EFQM-Modell in seinen Grundzügen Berücksichtigung indem die Fragestellungen, differenziert nach Zielen auf Ebene der Befähiger und der Ergebnisse, in den Blick genommen werden. Die wissenschaftliche Begleitung wird in Form schriftlicher Befragungen durchgeführt. Sie differenziert methodisch insbesondere nach den Perspektiven der unterschiedlichen Akteure sowie nach deren Selbst- und Fremdeinschätzungen. Befragt werden dementsprechend Mitglieder der Hochschul- und Fachbereichsleitung, Professor/innen und wissenschaftliche Mitarbeiter/innen, Mitarbeiter/innen der Verwaltung sowie Studierende. Für die Mitarbeiter/innen der Hochschule werden Panels angelegt, um individuelle Einschätzungsdifferenzen im Zeitvergleich, dargestellt auf aggregiertem Niveau, messen zu können. Auf Ebene der Studierenden wird der Vergleich unterschiedlicher Studienkohorten herangezogen.

Damit die Veränderungen der Einschätzungen der Befragten im Zeitvergleich für die Bewertung des Projektes zugrunde gelegt werden können, sind insgesamt sind vier Erhebungswellen vorgesehen. Bisher erfolgten die Erhebungen zu Beginn des Projekts (Dezember 2007) und nach der ersten Phase der Einführung (August 2009). In den Jahren 2010 und 2012 folgen weitere Erhebungen, um die Wirkungen nach der Etablierung des Systems zu erfassen. Im Sinne einer formativen Evaluation werden die Ergebnisse der Befragungen jeweils an die Projektverantwortlichen für die Entwicklung des Qualitätsmanagementsystems sowie die Hochschulleitung rückgespiegelt, so dass sie in die weitere Entwicklung des Projektes einfließen können.

 

Externe Schulevaluation als Baustein schulischer Qualitätsentwicklung in Rheinland-Pfalz: Explorative Analyse institutionenübergreifender Ziele und Prozesse

Die explorative Studie zielt auf die Evaluation bisheriger Erfahrungen mit dem Verfahren der Externen Schulevaluation, insbesondere mit Blick auf die Frage, welche lokalen wie systemischen Effekte die Instrumente AQS-Bericht und Zielvereinbarungen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung entfalten können. Auf Grundlage der Ergebnisse sollen Wirkungen, Gelingensbedingungen, mögliche Problemlagen und Potenziale herausgearbeitet werden. Dabei werden die Einbettung der Externen Evaluation in das Gesamtsystem schulischer Qualitätsentwicklung berücksichtigt und die spezifischen Wechselwirkungen ihrer Elemente in die Analysen einbezogen.

Es sollen möglichst die Perspektiven und Bedürfnisse von allen an Schule Beteiligten in die Erhebung einfließen, weshalb leitfadengestützte Interviews mit relevanten Auskunftspersonen und Betroffenen aus Schulen, der AQS, der Schulaufsicht, den pädagogischen Serviceeinrichtungen und dem rheinland-pfälzischen Bildungsministerium geführt werden.

Die Studie wurde vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur in Rheinland-Pfalz in Auftrag gegeben.

Projektleitung:
Dr. Frauke Choi – operative Projektleitung
JGU

Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren – fachliche Projektleitung
Universität Duisburg-Essen

 

Wissenschaftliche Begleitung des Programms "Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen"

Gegenstand der wissenschaftlichen Begleitung ist die Evaluation des von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Bundesagentur für Arbeit, der Deutsche Bank Stiftung und anderen Partnern initiierten bzw. unterstützten Programms "Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen".

Die zentralen Ziele der wissenschaftlichen Begleitung sind die Analyse der Rahmenbedingungen, Prozesse und Wirkungen des Wettbewerbs "Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen" und die Einschätzung des Nutzens der für die angesprochenen Schulen entwickelten Programmelemente.

Außerdem soll der Frage nachgegangen werden, welche motivationalen Effekte und welche Impulse für die Schulentwicklungsarbeit von der Wettbewerbsteilnahme ausgehen, unter welchen Bedingungen der Wettbewerb die Entwicklung von Schulen, die zur Ausbildungsreife führen, positiv befördern kann, wie nachhaltig seine Wirkungen einzuschätzen sind und welche Funktionen der Wettbewerb für die Schulen hat. Darüber hinaus wird der Transfer von schulischem Erfahrungswissen unterstützt. Durch eine wissenschaftlich fundierte Sichtung und Aufbereitung schulischer Wettbewerbsbeiträge sowie durch vertiefende Fallanalysen wird der Blick auf erfolgreiche Konzepte schulischer Arbeit gerichtet, insbesondere auf Schulen, die unter schwierigen Bedingungen arbeiten.

Um die Prozess- und Ergebnisqualität der verschiedenen Programmelemente zu erfassen, werden Befragungen der Teilnehmerschulen durchgeführt und ausgewertet werden. In einem ersten Schritt ist dabei eine Online-Befragung zur Wettbewerbsteilnahme vorgesehen. Im Anschluss an die geplante Netzkonferenz sowie die Fortbildungsveranstaltungen an den Siegerschulen des Wettbewerbs werden diese Maßnahmen mithilfe weiterer Befragungen der Teilnehmer/innen (Schulleitung, Lehrkräfte, Schülerschaft) evaluiert. Qualität und Nutzung der Website werden ebenfalls einbezogen. Anhand der Fallstudien sollen darüber hinaus exemplarisch Wirkungen und Effekte des Programms erfasst werden. Hier stehen aber insbesondere Konzepte zur Förderung der Ausbildungsreife und der Verbesserung der Arbeitsmarktqualifizierung im Vordergrund.

Projektleitung:
Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren
Universität Duisburg-Essen

Projektmitarbeiterinnen:
Katharina Hombach und Susanne Strunck
Institut für Erziehungswissenschaft

Projektlaufzeit:
2008 bis 2010

 

Bedingungen und Wirkungen dezentraler und zentraler Abschlussprüfungen im naturwissenschaftlichen Unterricht

Zentrale Prüfungen (insbesondere das Zentralabitur) sind mittlerweile in fast allen Bundesländern implementiert. Gleichwohl sind der organisatorische Rahmen und die Wirkung der Prüfungsmodalität beim Abitur (dezentral/zentral) auf schulische Arbeitsprozesse und -ergebnisse bisher kaum untersucht. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt greift dieses Forschungsdesiderat mit Bezug auf Educational Governance-Ansätze als Fallstudie im Rahmen explorativer, quantitativ orientierter empirischer Bildungsforschung auf. Als Basis dient eine aktuelle Bestandsaufnahme der teils deutlich unterschiedlichen Prüfungspraxis zwischen den deutschen Bundesländern sowie ausgewählten internationalen Referenzstaaten, um die Erhebungsinstrumente der zweiten Projektphase zu optimieren und die Befunde kontextspezifisch interpretieren zu können. In der zweiten Phase werden an Gymnasien und in einer kleineren Stichprobe an Gesamtschulen in drei unterschiedlich prüfenden Ländern (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen) die in der Literatur formulierten und weitgehend ungeprüften Thesen zur Wirkung der Prüfungsform auf schulsystemischer, einzelschulischer, unterrichtlicher und individueller Ebene geprüft. Dabei werden auch fachspezifische Unterschiede analysiert. Eingesetzt werden u. a. standardisierte Befragungsinstrumente im Querschnittdesign und Expertenratings bei Aufgabenanalysen in den naturwissenschaftlichen Fächern im Längsschnittdesign. In der dritten Phase werden die entwickelten Instrumente für zwei bis drei internationale Vergleichsländer, die unterschiedliche Steuerungsphilosophien und Organisationsstrukturen zentraler Abschlussprüfungen repräsentieren, adaptiert, um die nationalen Befunde der zweiten Projektphase im internationalen Vergleich zu validieren bzw. die spezifische Wirkung der Kombination von Prüfungselementen – auch in ihrer Einbettung in nationale kulturelle und gesellschaftliche Kontexte – zu analysieren. Hierzu sind Experteninterviews mit Akteuren auf der Ebene der Bildungsadministration und der Einsatz standardisierter Befragungsinstrumente in Schulen vorgesehen.

Das Projekt ist an der Universität Mainz/ZBH angesiedelt und wird in Kooperation mit der DFG-Forschergruppe "Naturwissenschaftlicher Unterricht" an der Universität Duisburg-Essen durchgeführt.

Projektbeteiligte an der Universität Mainz:
Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren und Dr. Rainer Block

E. Dominique Klein
Promotionsvorhaben zum Thema: "Zentrale Abschlussprüfungen als Steuerungsinstrument im Mehrebenensystem Schule? Ein explorativer Vergleich ausgewählter OECD-Staaten" (Arbeitstitel)

Projektbeteiligte an der Universität Duisburg-Essen:
Svenja Mareike Kühn
Promotionsvorhaben zum Thema: "Analyse von Prüfungsaufgaben in zentralen und dezentralen Abiturprüfungsverfahren am Beispiel der naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächer"

Projektlaufzeit:
April 2007 bis März 2010

 

Externe Evaluation der Internatsschule Schloss Hansenberg

Die externe Evaluation der Internatsschule Schloss Hansenberg durch das Zentrum für Schul-, Bildungs- und Hochschulforschung (ZSBH) der Universität Mainz dient der Erfassung der Schul- und Unterrichtsqualität sowie der Lern- und Bildungsprozesse, die die Schüler und Schülerinnen an der ISH durchlaufen. Sie ergänzt und erweitert die interne Evaluation mit dem Ziel einer Objektivierung und qualitativen Vertiefung der Ergebnisse. Durch eine an wissenschaftlichen Standards der empirischen Sozialforschung orientierte Untersuchung leistet sie auf diese Weise einen Beitrag zur Qualitätssicherung und -entwicklung der ISH.

Die Auswertung der durch die vorgesehenen Erhebungen gewonnenen Daten ermöglicht es, Wirkungen und Ergebnisse des schulischen Förderprogramms einerseits, sowie die Besonderheiten der Bildungsverläufe der Schüler und Schülerinnen an diesem Begabteninternat andererseits zu erfassen. In diesem Zusammenhang soll außerdem versucht werden, das Förderangebot der ISH in einen bundesweiten Vergleich mit anderen Schulen ähnlicher Ausrichtung einzuordnen und Spezifika zu identifizieren. Aus der differenzierten Rückspiegelung der Ergebnisse an die Schule können schließlich praktische Konsequenzen für die Schulentwicklung abgeleitet werden.

Projektbeteiligte:
Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren, Univ.-Prof. Dr. Heiner Ullrich und Cathrin Nessler
Institut für Erziehungswissenschaft, JGU

Univ.-Prof. Dr. Margarethe Imhof
Psychologisches Institut, JGU

Univ.-Prof. Dr. Uwe Schmidt und Katharina Heil
Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung, JGU

Projektlaufzeit:
November 2008 bis November 2009

 

Evaluation: Ideen für mehr! Ganztägig lernen.

Zeitraum der ersten Evaluation:

November 2005 - Februar 2007

Zeitraum der zweiten Evaluation:

Juni 2007 - Dezember 2008

Zeitraum der dritten Evaluation:

Januar 2009 - Dezember 2009

Seit dem 1. November 2005 wird das Programm "Ideen für mehr! Ganztägig lernen." der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) von Mitgliedern des Zentrums für Schul-, Bildungs- und Hochschulforschung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz evaluiert. Die wissenschaftliche Begleitung bündelt die Expertise von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Zentrums für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ) und des Instituts für Erziehungswissenschaft der Universität.

Das Programm "Ideen für mehr! Ganztägig lernen." begleitet das Investitionsprogramm Zukunft Bildung und Betreuung (IZBB) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und dient der inhaltlichen Unterstützung des Auf- und Ausbaus von Ganztagsschulen in Deutschland.

Gegenstand der wissenschaftlichen Evaluation sind Prozesse, Wirkungen und Ergebnisse des Programms "Ideen für mehr! Ganztägig lernen." mit Blick auf den Nutzen der Programmelemente (regionale Serviceagenturen, Werkstätten etc.) für die Entwicklungsarbeit der Schulen mit ganztägigen Angeboten. Das formative Evaluationskonzept zielt auf eine "wissensbasierte Entwicklungsarbeit": Im Zentrum steht nicht nur der bewertende Aspekt der Evaluation, sondern auch eine beratende, entwicklungsbegleitende Funktion, bei der netzwerkanalytische und organisationssoziologische Ansätze zugrunde gelegt werden. Die Evaluationsergebnisse, die prozessbegleitend in regelmäßigen Abständen an alle involvierten Akteure des Programms rückgekoppelt werden, fließen direkt in die strukturelle und konzeptionelle Entwicklungsarbeit des Programms ein. Entsprechend der unterschiedlichen Fragestellungen und Strukturen der einzelnen Teilprogramme werden differenzierte methodische Zugänge gewählt, die sowohl auf quantitative als auch auf qualitative Instrumente der empirischen Sozialforschung zurückgreifen.

 

DFG – Projekt

"Wirksamkeit einer bildungspolitischen Reformstrategie im öffentlichen (Berufs-)Schulwesen - Mehrebenenanalyse am Beispiel der erweiterten Autonomie der Einzelschule"

Ziele & Fragestellungen

Die Zielsetzung der Studie ist es das Reformanliegen „erweiterte Autonomie der Einzelschule“ näher zu präzisieren und in seinen verschiedenen Dimensionen operationalisierbar und quantitativ erfassbar zu gestalten. Des Weiteren sollten die Interpretations- und Reaktionsmuster der Akteure auf den verschiedenen Steuerungsebenen identifiziert und abgebildet werden, um so mögliche Bruchstellen innerhalb des top-down gerichteten Reformprozesses zwischen und innerhalb der Steuerungsebenen zu identifizieren. Weiter gilt es wichtige Einflussgrößen zu identifizieren, die die Umsetzung der Reform in der Einzelschule beeinflussen.

Untersuchungsdesign

Im Projekt werden im Besonderen qualitative und quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung eingesetzt und kombiniert, was der Forderung nach verstärkter Methodentriangulation Rechnung trägt:

Qualitative Studie

  • Befragung der drei oberen bildungspolitischen Hierarchieebenen (Schulverwaltung, Schulaufsicht, Schulleitung) des Bundeslandes Berlin
  • themenfokussiertes Interview mittels eines Leitfadens
  • Erfassung der subjektiven Definitionen, Assoziationen und Einstellung zu den durch das neue Schulgesetz und des Reformanliegens „erweiterte Autonomie der Einzelschule“ ausgelösten Prozessen

Quantitative Studie

  • Schriftliche Befragung mittels eines Fragebogens der Lehrkräfte und Schulleitungsmitglieder an 16 Oberstufenzentren in Berlin
  • die verwendeten Skalen basieren auf den in der qualitativen Studie genannten hemmenden und fördernden Einflussgrößen der Reformumsetzung
Ergebnisse
  • Identifikation von verschiedenen Implementierungsbrüchen zwischen und innerhalb der einzelnen Ebenen. Als Grund hierfür können unterschiedliche mentale Modelle, wie auch sehr unterschiedliche Wahrnehmungs- und Einstellungsstrukturen angeführt werden
  • Typologisierungen einzelner Akteursgruppen innerhalb einer Ebene, die auf den unterschiedlichen Einstellungen beruhen
  • insbesondere das Schulleitungshandeln, die wahrgenommene Innovationsresistenz des Kollegiums, die eigene Loyalität und die empfundene Fremdbestimmung können auf der Ebene der Einzelschule als signifikante Erklärungsgrößen der Innovations- und Reformbereitschaft identifiziert werden.
Vorträge / Publikationen

Preuße, D. & Zlatkin-Troitschanskaia, O. (2008). Kollektiv geteilte mentale Modelle der Steuerungsakteure von Reformstrategien im öffentlichen Schulwesen. In Lankes, E.-M. (Hrsg.), Pädagogische Professionalität als Gegenstand empirischer Forschung. Münster et al.: Waxmann, 267-282.

Förster, M. & Zlatkin-Troitschanskaia, O. (2008). Abschlussbericht: Wirksamkeit einer bildungspolitischen Reformstrategie im öffentlichen (Berufs-)Schulwesen – Mehrebenenanalyse am Beispiel der erweiterten Autonomie der Einzelschule. Unveröffentlichtes Dokument. Mainz.

Kontakt

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Olga Zlatkin-Troitschanskaia

Bearbeitung: Dipl.-Hdl., Dipl.-Betrw. Manuel Förster

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik
Univ.-Prof. Dr. Olga Zlatkin-Troitschanskaia
Jakob-Welder-Weg 9
D-55009 Mainz

Tel: (0049) 06131 - 39 22009

Fax: (0049) 06131 - 39 22095

 

Praxisforschungsprojekt Lehrerkooperation

Das Praxisforschungsprojekt richtet den Blick auf Kooperationsprozesse selbstgesteuerter Schul- und Unterrichtsentwicklung von Lehrerinnen und Lehrern. Mit Methoden wie Audiographien, Gruppendiskussionen und Interviews werden Kommunikation und Kooperation sowohl in formellen wie informellen Lehrerteams nachgezeichnet und auf ihr Potenzial zur Unterstützung und Vernetzung hin analysiert. Das praxisorientierte Projekt will die Lehrkräfte durch Rückspiegelung und regelmäßige Reflexionsschleifen in ihren Kooperationsprozessen unterstützen und ihnen eine Perspektivenerweiterung bieten.

Das Projekt wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts für Erziehungswissenschaft durchgeführt, vom Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz unterstützt und von einer privaten Stiftung finanziert.

Projektmitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft:
Univ.-Prof. Dr. Franz Hamburger, Univ.-Prof. Dr. Heiner Ullrich, Dr. Till-Sebastian Idel, Dipl.-Päd. Lisa Baum und Dipl.-Päd. Nadine Bondorf

Projektlaufzeit:
2006 bis 2009

 

Wissenschaftliche Begleitung des Schulwettbewerbs „Schulwettbewerb „Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen“

Von Oktober 2008 bis März 2010 (Phase 1) wurde der Schulwettbewerb "Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen" der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Bundesagentur für Arbeit, dem BDA und der Deutschen Bank Stiftung  von der Universität Mainz in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen wissenschaftlich begleitet. Ziele der wissenschaftlichen Begleitung waren:

  • Überarbeitung des Wettbewerbskonzepts in Kooperation mit dem IFS Dortmund
  • wissenschaftliche Aufbereitung des schulpraktischen Erfahrungswissens der Bewerberschulen
  • formative Evaluation des Wettbewerbs und des Netzwerks von "Starke Schule"

Von  Januar 2010 bis Januar 2012 (Phase 2) werden an der Universität Mainz in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen die Elemente des Netzwerks von „Starke Schule“ wissenschaftlich begleitet. Die wissenschaftliche Begleitung schließt an Phase 1 an und ist auf folgende Ziele ausgerichtet:

  • Bestandsaufnahme und Einschätzung der Netzwerkangebote im Hinblick auf ihre Qualität
  • Beratung und Formulierung von Perspektiven für das Netzwerk, auch im Hinblick auf die Übertragung von "gelingender Praxis" (best-practice)

Ansprechpartner:
Dr. Frauke Choi
Zentrum für Schul-, Bildungs- und Hochschulforschung, JGU

Dipl.-Psych. Simone Herrlinger
Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung, JGU

Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren
Universität Duisburg-Essen

 

Evaluation: Ideen für mehr! Ganztägig lernen.

Zeitraum der ersten Evaluation:

November 2005 - Februar 2007

Zeitraum der zweiten Evaluation:

Juni 2007 - Dezember 2008

Zeitraum der dritten Evaluation:

Januar 2009 - Dezember 2009

Seit dem 1. November 2005 wird das Programm "Ideen für mehr! Ganztägig lernen." der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) von Mitgliedern des Zentrums für Schul-, Bildungs- und Hochschulforschung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz evaluiert. Die wissenschaftliche Begleitung bündelt die Expertise von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Zentrums für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ) und des Instituts für Erziehungswissenschaft der Universität.

Das Programm "Ideen für mehr! Ganztägig lernen." begleitet das Investitionsprogramm Zukunft Bildung und Betreuung (IZBB) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und dient der inhaltlichen Unterstützung des Auf- und Ausbaus von Ganztagsschulen in Deutschland.

Gegenstand der wissenschaftlichen Evaluation sind Prozesse, Wirkungen und Ergebnisse des Programms "Ideen für mehr! Ganztägig lernen." mit Blick auf den Nutzen der Programmelemente (regionale Serviceagenturen, Werkstätten etc.) für die Entwicklungsarbeit der Schulen mit ganztägigen Angeboten. Das formative Evaluationskonzept zielt auf eine "wissensbasierte Entwicklungsarbeit": Im Zentrum steht nicht nur der bewertende Aspekt der Evaluation, sondern auch eine beratende, entwicklungsbegleitende Funktion, bei der netzwerkanalytische und organisationssoziologische Ansätze zugrunde gelegt werden. Die Evaluationsergebnisse, die prozessbegleitend in regelmäßigen Abständen an alle involvierten Akteure des Programms rückgekoppelt werden, fließen direkt in die strukturelle und konzeptionelle Entwicklungsarbeit des Programms ein. Entsprechend der unterschiedlichen Fragestellungen und Strukturen der einzelnen Teilprogramme werden differenzierte methodische Zugänge gewählt, die sowohl auf quantitative als auch auf qualitative Instrumente der empirischen Sozialforschung zurückgreifen.

 

Arbeitsaufwand von Studierenden während der Vorlesungszeit

Das Projekt zielt auf die Erforschung des Arbeitsaufwands von Studierenden im Rahmen der Vor- und Nachbereitung von Seminaren sowie der Prüfungsvorbereitung. Zu diesem Zweck werden in einer empirischen Studie Studierende gebeten, mittels Fragebögen ihre Tagesabläufe zu dokumentieren. Anhand dieser Ergebnisse sollen die Arbeitszeiten von Studierenden während der Vorlesungszeit gemessen werden.

Die aus der Studie gewonnenen Erkenntnisse könnten die Grundlage für die Bestimmung des Workloads von Studierenden bei der Konzipierung von Bachelor- und Master-Studiengängen (BA/MA) darstellen.

Projektleitung:
Univ.-Prof. Dr. Stefan Aufenanger
Institut für Erziehungswissenschaft, JGU

Projektlaufzeit:
01.10.2006 - 30.09.2007

 

Evaluation des Frühstudierendenprogramms der JGU

An der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz besteht für besonders begabte Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, im Rahmen eines Frühstudiums bereits vor Erreichen des Abiturs qualifizierte Leistungsnachweise an der Universität zu erwerben. Zu unterscheiden sind zwei Formen des Frühstudiums: Zum einen das betreute Frühstudium der Fächer Mathematik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften, zum anderen das allgemeine Frühstudium, das prinzipiell in allen Studiengängen möglich ist.

Mit dem Ziel, Stärken und Schwächen der eingeführten Programme zu erheben um möglichst frühzeitig gegebenenfalls erforderliche Modifikationen eruieren zu können, wurde das ZQ mit der wissenschaftlichen Begleitung des Frühstudiums betraut.

Erstmals im Wintersemester 2004/05 wurden zwölf Schülerinnen und Schüler schriftlich befragt, die an dem betreuten Frühstudierendenprogramm der Fächer Chemie, Mathematik und Wirtschaftswissenschaften teilnahmen. Der eingesetzte Fragebogen zielte auf die Erfassung der Studienmotive und - erwartungen, der Studienzufriedenheit sowie der Vereinbarkeit von Frühstudium und regulärem Schulbesuch. Ergänzend wurden auch die Lehrerinnen und Lehrer der betreffenden Schülerinnen und Schüler befragt und aus ihrer Perspektive ebenfalls Einschätzungen bezüglich der Auswirkungen des Programms auf den Schulbesuch erhoben.

Im Folgejahr richtete sich eine schriftliche Befragung an die "Abbrecher" des Frühstudiums, mit dem Ziel, deren Beweggründe für die Einstellung ihrer Teilnahme zu eruieren. Darüber hinaus wurde erneut eine Lehrerbefragung durchgeführt. Berücksichtigung erfuhren hierbei die Lehrerinnen und Lehrer aller 21 Schülerinnen und Schüler, welche im Wintersemester als Frühstudierende gemeldet waren.

Ergänzend wurden an der Universität im WS 2005/06 Evaluationsgespräche durchgeführt. Dabei führte das ZQ in Kooperation mit dem ZfL separate Gesprächsrunden mit den Studierenden des allgemeinen Frühstudiums sowie des betreuten Frühstudiums, so dass auch Aussagen über die jeweils unterschiedlichen Studienbedingungen der beiden Programme und die damit einhergehenden Einschätzungen getroffen werden können. Übergreifend wurde des Weiteren ein Gespräch mit den zentralen Frühstudierendenbeauftragten sowie den involvierten Dozentinnen und Dozenten angesetzt.

 

Evidenzbasiertes Handeln in Hochschulen. Der Einfluss von Qualitätssicherungsmaßnahmen auf die Gestaltung von Steuerungs-, Forschungs- und Lehrprozessen in Hochschulen

Seit spätestens Mitte der 1990er Jahre kommt Formen der Qualitätssicherung, wie Evaluationen, Lehrberichten, Akkreditierungen u.a., eine wachsende Bedeutung zu. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass die veränderte Steuerung von Hochschulen mit einer Rücknahme ministerieller Steuerungsmaßnahmen zugunsten einer Stärkung hochschulinterner Steuerung einen stärkeren öffentlichen Legitimationsdruck mit sich gebracht hat, dem die Hochschulen mit unterschiedlichen Ansätzen der Qualitätssicherung und Berichterstattung begegnen.

Das hier geplante Projekt untersucht für den Hochschulbereich die Effekte von Qualitätssicherungsmaßnahmen auf der Handlungsebene, wobei als Kontextvariable auch etwaige Veränderungen auf Organisationsebene Berücksichtigung finden sollen. Gegenstand sollen unterschiedliche Evaluationsverfahren auf differenzierenden Aggregatsebenen sein. In einem ersten Schritt sollen Verfahren der Studiengangakkreditierung bzw. -zertifizierung, der Lehrveranstaltungsbefragung sowie der Begutachtung von Forschungsvorhaben betrachtet und auf ihre handlungsleitenden Effekte bei unterschiedlichen Akteuren untersucht werden. Im Hinblick auf die Lehrveranstaltungsbefragungen sollen modellhaft unterschiedliche Szenarien modelliert werden, die im Anschluss an Erhebungen verschiedene Formen der Rückspiegelung von Ergebnissen, der Beratung und des intensiven Coachings implizieren. Im Hinblick auf Begutachtungsprozesse im Rahmen der Forschungsförderung soll insbesondere untersucht werden, inwieweit die mit diesen Projekten erwarteten Effekte bspw. in Form von (erfolgreichen) Antragstellungen im Anschluss an sogenannte Anschubfinanzierungen eintreten.

Das gesamte Projekt trägt stark explorativen Charakter und ist als Vorstudie zu breiteren Untersuchungen zu verstehen, die sich ggf. dann auch auf einzelne Aspekte konzentrieren. Der thematisch insgesamt breite Zugang mit unterschiedlichen empirischen Gegenständen soll vor allem der Frage folgen, inwieweit vergleichbare Auswirkungen unterschiedlicher Evaluations- und Untersuchungsansätze zu beobachten sind.

Projektleitung:
Univ.-Prof. Dr. Uwe Schmidt
Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung, JGU

Projektmitarbeiterin:
Anna Roche
Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung, JGU

 

Innovativer Lehr-Lernortverbund (ILLEV) in der akademischen Hochschulausbildung

Das Forschungsvorhaben ILLEV ist vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der "Empirischen Bildungsforschung" geförderte Projekt nimmt die aktuelle Situation zum Ausgangspunkt, in welcher sich neben den alten Studienstrukturen (Diplom) die neuen modularisierten Formen (Bachelor und Master) etablieren. Die bisher wenig erforschten Wirkungen dieser variierenden Formen der Hochschulbildung auf die Entwicklung der Professionalität von Studierenden – hier speziell der Wirtschaftspädagogik sowie der Wirtschaftswissenschaften – stellen den Fokus der Untersuchung dar. Hiermit wird das langfristige Ziel verfolgt, die Bedingungen des Studiums mittels der Implementation eines innovativen Lehr-Lernortverbunds zu optimieren. Das Projekt, das im Oktober 2008 anlief, ist auf eine Dauer von drei Jahren ausgelegt.

Zum aktuellen Stand der Forschung gibt es wenig empirisch gesicherte Erkenntnisse, inwieweit die akademische Hochschulbildung die Entwicklung der professionellen Handlungskompetenz von Studierenden beeinflusst. Im Zuge der Bologna-Erklärung gewinnen diese Fragen an besonderer Brisanz, zumal weder die Effekte des „Auslaufmodells“ (Diplom) noch die des neuen Bachelor-Master-Modells hinreichend bekannt sind.
Das übergeordnete Ziel besteht darin, einen systematischen Vergleich von Diplom- und BA-MA-Modell (hinsichtlich deren Effekte auf die Ausprägung und Entwicklung der professionellen Handlungskompetenz von Studierenden anzustreben.

Fragestellungen

1. Inwieweit beeinflussen altes und neues Studienmodell (der Wirtschaftspädagogik und der Wirtschaftswissenschaften) die Ausprägung und Entwicklung der kognitiven Professionalität von Studierenden?

2. Welche individuellen und welche strukturellen Faktoren der Studiengänge zeigen sich dabei als signifikante Einflussgrößen?

3. Trägt speziell das neue BA-MA-Modell der Wirtschaftspädagogik mit dem implementierten innovativen Lehr-Lernortverbund (im Vergleich zum auslaufenden Diplommodell) zu einer höheren Professionalisierung von angehenden Lehrkräften bei?

Im Rahmen der Längsschnittuntersuchung werden die Diplom- und BA-Studierenden der Wirtschaftspädagogik und der Wirtschaftswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz über einen Zeitraum von 3 Jahren begleitet und hinsichtlich ihrer Professionalitätsausprägung und -entwicklung untersucht.

Projektleitung:
Univ.-Prof. Olga Zlatkin-Troitschanskaia
Lehrstuhl Wirtschaftspädagogik, JGU

Kooperationspartner:
Univ.-Prof. Dr. Martin Biewen
Universität Tübingen, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

StD Dr. Dipl.-Kfm., Dipl.-Hdl. Markus M. Böhner
Lehrstuhl Wirtschaftspädagogik, JGU

Projektbeteiligte:
Dipl.-Betrw. (BA), Dipl.-Hdl. Manuel Förster, Dipl.-Hdl. Christiane Kuhn und Dipl.-Hdl. Daja Preuße
Lehrstuhl Wirtschaftspädagogik, JGU

Dr. Sigbert Klinke
Humboldt-Universität zu Berlin, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Projektlaufzeit:
2008 - 2011

 

ZEITLast – Lehrzeit und Lernzeit: Studierbarkeit der BA-/BSc- und MA-/MSc-Studiengänge als Adaption von Lehrorganisation und Zeitmanagement unter Berücksichtigung von Fächerkultur und Neuen Technologien

Das Projekt ZEITLast (Lehrzeit und Lernzeit: Studierbarkeit der BA‐/BSc‐ und MA‐ /MSc‐Studiengänge als Adaption von Lehrorganisation und Zeitmanagement unter Berücksichtigung von Fächerkultur und Neuen Technologien) soll die Studierbarkeit in BA‐/BSc und MA‐/MSc‐Studiengängen insbesondere unter den Gesichtspunkten der Organisation von Zeit, Lernkultur und Nutzung moderner Technologien (eLearning) untersuchen. Studierbarkeit hat es vor allem mit der Workload der Studiengänge, der Flexibilität der Lernarrangements und der Frage nach der Leistungsgerechtigkeit der ECTS‐Verteilung zu tun, aber auch mit den Aspekten der Sicherung der Subsistenz einerseits und dem wissenschaftstheoretischen Typus der Lerngegenstände und der Komplexität der Aufgabenstellungen andererseits. Die Belastung der Studierenden ist nur partiell durch die Workload erklärbar. Sie ist ein Konglomerat aus Workload, Studienstruktur und Lehrorganisation (Themenvielfalt pro Zeiteinheit, Wochenrhythmus der Kurse, Semesterbegrenzung und Prüfungstermine), fächerkulturell unterschiedlichen Anforderungen (Wissenschaftstheorie, Lehr‐ und Prüfungsformen) sowie individuell unterschiedlichen Faktoren (Lernverhalten, Zeit‐ und Stressmanagement). ZEITLast beabsichtigt die Messung der Studienbelastung durch Zeitbudgets, ausgehend von der Hypothese, dass im Wesentlichen zwei Parameter die bisherige Schwäche der BA‐Studiengänge bilden (erhöhter Beratungsbedarf, höhere Nachfrage nach psychologischer Betreuung, Steigerung der Abbruchquoten, subjektives Empfinden von Stress), nämlich die "Dichte" des Studiengangs und die damit verbundene Gerechtigkeit der ECTS‐Vergabe. Die Dichte eines Studiengangs besteht nicht nur in dem Zeitbedarf der Lehrveranstaltungen, sondern auch in der Anzahl der verschiedenen Lehr‐/Lernthemen pro Zeiteinheit und der Verteilung der Lehr‐ und Prüfungsanforderungen über den gesamten Zeitraum der studentischen Workload (45 Wochen und nicht nur die zweimal 12‐14 Wochen des Semesters). Lehrorganisation und Zeitsouveränität sind entscheidende Parameter für die Steuerung der Zufriedenheit, des Stressabbaus und der Erhöhung der Verbleiberate, die in kontrollierenden Befragungen zusätzlich erhoben werden sollen.

Kooperationspartner:
Univ.-Prof. Dr. Stefan Aufenanger
Institut für Erziehungswissenschaft, JGU

Univ.-Prof. Dr. Heidi Krömker
Universität Ilmenau

Univ.-Prof. Dr. Rolf Schulmeister
Universität Hamburg

Univ.-Prof. Dr. Erwin Wagner
Universität Hildesheim

Laufzeit:
01.04.2009 - 31.03.2012

 

Organisationale Selbststeuerung in deutschen Universitäten – Genese, Instrumente und Wirkungen

Die Regulierung und Steuerung von Hochschulen unterliegt spätestens seit der Liberalisierung des Hochschulrahmengesetzes im Jahr 1998 einer erheblichen Reformdynamik. Hochschulautonomie, New Public Management, Profilbildung, Exzellenz und Wettbewerb lauten die zentralen Stichworte im Rahmen der durchgeführten politischen Reformen und Programme. Der politisch intendierte  Ausbau universitärer Selbststeuerung stellt die Hochschulen vor beachtliche Herausforderungen und kann als Paradigmenwechsel im Bereich der Hochschulorganisation betrachtet werden. Gleichzeitig liegt bislang eher fragmentarisches Wissen darüber vor, wie der veränderte Regulierungskontext von hochschulischen Steuerungsakteuren aufgegriffen wird, welche organisationalen Steuerungsinitiativen und -instrumente sich bewähren und warum dies der Fall ist. Das vorliegende Forschungsvorhaben will diesen Fragen nachgehen.

Erwartet werden nicht nur Ergebnisse zur konkreten Ausgestaltung organisationaler Selbststeuerung durch universitäre Steuerungsakteure, sondern auch ein besseres Verständnis der strukturellen, normativen, (personal-) psychologischen und (mikro-) politischen Bedingungskonstellationen in denen Hochschulmanagement stattfindet.

Den konzeptionellen Hintergrund der Untersuchung bildet der St. Galler Ansatz einer integrierten Managementlehre, dessen grundlegende Aussagen zur Steuerung von Organisationen im Hinblick auf die organisationalen Besonderheiten von wissenschaftlichen Hochschulen spezifiziert wurden. Hierdurch ergeben sich konkrete Forschungsfragen und Annahmen hinsichtlich der Entwicklungsbedingungen, Möglichkeiten und typischen Probleme universitärer Selbststeuerung.

Empirisch umgesetzt wird das Forschungsvorhaben im Rahmen von vergleichenden Fallstudien an sechs deutschen Universitäten. Als Methoden der Datenerhebung kommen problemzentrierte Interviews und Dokumentenanalysen zum Einsatz.

Ansprechpartner:
Christoph Rosenbusch
Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung, JGU

 

Evaluation der Bildungskoordination Bingen

Das Projekt "Bildungskoordination Bingen" hat sich zur Aufgabe gemacht, die Rahmenbedingungen und den Zugang zu Bildungsmaßnahmen und "Lebenslangem Lernen" in der Kommune Bingen zu optimieren. Zur Vernetzung zentraler Akteure und ihrer Angebote im Bildungsbereich baut die "Bildungskoordination Bingen" in Zusammenarbeit mit der Stadt Bingen und "Step on" das "Binger Netzwerk für Bildung" auf und übernimmt die Gesamtkoordination und die Geschäftsführung. Die "Bildungskoordination" wurde im Dezember 2007 ins Leben gerufen und wird bis Ende 2008 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Bei den von der "Bildungskoordination" angebotenen Workshops steht der Ausbau der Maßnahmen im Bereich "Lebenslanges Lernen" im Vordergrund. Die Stärkung der persönlichen und beruflichen Kompetenzen und Fähigkeiten durch den "ProfilPASS" sowie die Reflexion der eigenen Sprachkompetenz durch das "Europäische Sprachenportfolio" sollen die TeilnehmerInnen der gruppenspezifischen Workshops (Jugendliche, MitarbeiterInnen von Bildungseinrichtungen, Eltern, Ehrenämtler etc.) zur Weiterbildung motivieren.

Die Evaluation soll dazu beitragen, Strukturen, Prozesse und Wirkungen der Bildungskoordination zu bewerten und gegebenenfalls beratend auf Verbesserungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Die von März bis September 2008 stattfindende Evaluation ist nutzerorientiert und schließt sowohl qualitative als auch quantitative Aspekte ein, wobei zwischen den verschiedenen Gruppen differenziert wird. Die Workshopteilnehmer werden gebeten in schriftlicher Form anonym ihre Eindrücke und ihren Nutzen zu reflektieren und zu kommunizieren. Die DozentInnen werden in Form von leitfadengestützten Interviews befragt.

 

Evaluation des Programms "Lernende Region – Step On!"

Das Programm "Lernende Region – Förderung von Netzwerken" zielt auf den Aus- und Aufbau bildungsbereichs- und trägerübergreifender Netzwerke in der Aus- und Weiterbildung, um innovative Maßnahmen im Bereich des lebensbegleitenden Lernens voranzutreiben. In der Stadt Mainz und im Landkreis Mainz-Bingen wurde im Rahmen dieses Programms das regionale Netzwerk "Step on!" gebildet, das vier thematische Netzwerkgruppen umfasst:

  • Bildungsmarketing
  • Chancengleichheit
  • Medien
  • Älterwerden in der Region

Eine erste Evaluation des Programms wurde bereits im Jahre 2003 vom Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ) durchgeführt. Die Re-Evaluation im Jahre 2006 zur Analyse von Veränderungen durch die Aktivitäten des Netzwerks "Step on!" erfolgt weiterhin unter der Federführung des ZQ in Kooperation mit dem Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Mainz.

Projektbeteiligte:
Univ.-Prof. Dr. Uwe Schmidt
Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung, JGU

Univ.-Prof. Dr. Markus Höffer-Mehlmer
Institut für Erziehungswissenschaft, JGU