Forschungsprojekte innerhalb der Säulen

Das ZSBH bündelt die verschiedenen Expertisen der JGU in den Säulen Schul-, Bildungs- und Hochschulforschung und trägt zu wissenschaftlichen Erkenntnissen hinsichtlich aktueller Herausforderungen in den drei Säulen bei. Folgend finden Sie eine Auswahl aktueller Forschungsprojekte innerhalb der Säulen des ZSBH.

Säulenübergreifende Perspektive

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt weiß man noch wenig darüber, welche Bedingungen für diskriminierungskritische Bildungsprozesse nötig sind. Das Forschungsprogramm des MGRK setzt an diesem Desiderat an: Wir möchten im Rahmen universitärer Lehre die Auseinandersetzung mit diskriminierungskritischen Medien und Materialien, die Artikulations- und Umgangsweisen von und mit dabei auftretenden Widerständen sowie die Entwicklung von Haltungen und veränderten (pädagogischen) Handlungsweisen bei den Studierenden, kurz: Bildungsprozesse, untersuchen. Konkret werden diskriminierungskritisch perspektivierte universitäre Lehrveranstaltungen mit Studierenden im Lehramt (Bildungswissenschaften), in der Kunstdidaktik und der Sozialpädagogik in den Blick genommen. Um individuelle und kollektive Aneignungsprozesse im Rahmen pädagogischen Handelns untersuchen zu können, findet die Forschung im Kontext von Lehrangeboten statt, bei denen im Sinne des Problem Based Learning die in der theoretischen Auseinandersetzung vermittelten diskriminierungskritischen Deutungsangebote von den Lernenden in praxisbasierten Erprobungen weiterverarbeitet werden.
Das MGRK bearbeitet das skizzierte Desiderat auf verschiedenen Ebenen: im Hinblick auf unterschiedliche Disziplinen (Schulpädagogik, Sozialpädagogik, Kulturelle Bildung), auf verschiedene Beobachtungsdimensionen und mit unterschiedlichen Forschungsmethoden. Dem Forschungsprogramm des beantragten MGRK liegen dabei v.a. zwei theoretische Konzepte zugrunde: a) Intersektionalität und b) Strukturelle Diskriminierung/Epistemische Gewalt.

AnsprechpartnerInnen: Jun.-Prof. Dr. Constantin Wagner, Prof. Dr. Karin Bräu, Prof. Dr. Alexandra Klein & Prof. Dr. Carmen Mörsch

Bisher ist relativ wenig darüber bekannt, wie unterschiedliche Akteure in Bildungsorganisationen der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE), Schule und Hochschule die an sie formulierten Qualitätserwartungen in der (pädagogischen) Praxis individuell und kollektiv interpretieren und in ihrem (professionellen) Handeln adaptieren.

Folgende Fragestellungen sollen mithilfe unterschiedlicher quantitativer und qualitativer methodischer Zugänge untersucht werden:

  • Über welche Qualitätskonstruktionen verfügen unterschiedliche Akteure bzw. Akteursgruppen (z.B. päd. Professionelle, Leitungen, Eltern)?
  • Wie und inwieweit entsteht ein geteiltes Verständnis von Qualität in Bildungsorganisationen?
  • Wie beeinflussen individuelle und kollektive Qualitätskonstruktionen die Rekontextualisierungsprozesse und darüber die Steuerung innerhalb der Bildungsorganisationen in den drei Feldern?

AnsprechpartnerInnen: Prof. Dr. Tobias Feldhoff, Prof. Dr. Uwe Schmidt, Prof. Dr. Tanja BetzProf. Dr. Thomas Rigotti

Säule Schulforschung

S‐CLEVER. Schulentwicklung vor neuen Herausforderungen. Eine trinationale Längsschnittstudie in Deutschland, der Schweiz und in Österreich.

Im Frühjahr 2020 hat die durch Covid-19 ausgelöste Pandemie das Bildungs- und Schulsystem vor große Herausforderungen gestellt. Das Ziel der S-CLEVER-Studie ist es, die Erfahrungen der Schulen mit dieser außergewöhnlichen Situation zu untersuchen:

  • Welche Herausforderungen haben sich den einzelnen Schulen im Zusammenhang mit der Covid-
    19-Pandemie gestellt und welche stellen sich im laufenden Schuljahr?
  • Welche Strategien haben Schulen angewendet, um mit diesen Herausforderungen umzugehen?
  • Welche langfristigen Lösungsansätze auf Schul- und Unterrichtsebene haben sie entwickelt und
    welche sind besonders geeignet und ertragreich?
  • Welche nachhaltigen Effekte haben diese Lösungsansätze auf die schulische Praxis und das Lernen
    der Schüler*innen?
  • Welche Faktoren beeinflussen die Entwicklungsprozesse in der Schule und deren Ergebnisse?

Die Projekthomepage von S-Clever finden Sie hier

Ansprechpartner: Prof. Dr. Tobias Feldhoff

Das Projekt „Schule im Wandel“ (SchiWa) besteht seit Juli 2013 und setzt sich aus vier Studien zusammen:

  • Aufbereitung und Reanalyse der Drei-Länder-Studie von Helmut Fend (Daten aus den Jahren 1978 und 1979 zur Evaluierung der Gesamtschule in Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen)
  • Zeithistorische Studie zum Wandel pädagogischer und schulpolitischer Diskurse und Praktiken am Beispiel des Flächenversuchs mit Gesamtschulen im hessischen Landkreis Wetzlar
  • Vorstudie für ein Follow-up der Fend-Studie an 10 Schulen in Hessen und Rheinland-Pfalz
  • Eine erneute Erhebung an den ehemals an der Fend-Studie beteiligten Schulen, um den Wandel der Unterrichts- und Schulkulturen nachzeichnen zu können, ergänzt um zeithistorische Analysen

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier

Ansprechpartner: Prof. Dr. Tobias Feldhoff

„Zur Konstituierung von Gegenständen in politisch-historischen Unterrichtssituationen – Eine vergleichende Rekonstruktion am Beispiel von Frankreich und Deutschland“: Mit dem von der DFG geförderten Projekt soll anhand von politisch-historischen Unterrichtssituationen rekonstruiert werden, wie Unterrichtsgegenstände von Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern in Sekundarschulen in Deutschland und in Frankreich kommunikativ und interaktional hergestellt werden. Die Studie reiht sich ein in wenige bislang vorliegende qualitative Studien einer vergleichenden deutsch-französischen Unterrichtsforschung.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier

Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Carla Schelle

Säule Schulforschung - Fachdidaktik

Das Projekt fokussiert auf den Begriff der „Natur“ und die unterschiedlichen Zugänge im Biologie- und Religionsunterricht. Es will klären, welche Vorstellungen von Schüler*innen in ökologischen Alltagsdilemmata aktiviert werden und wie diese im fächerverbindenden Unterricht zu tragfähigen Konzepten ausdifferenziert werden können.
In zwei empirischen Studien mit Schüler*innen in Deutschland und Österreich (N=1.100) wurde ein digitales Tool entwickelt und validiert, das ein konkretes Dilemma („Pappeldilemma“) und dessen Bewertung in den Mittelpunkt stellt. Damit lassen sich fünf Typen von Schülerorientierungen identifizieren, die sich jeweils in einem charakteristischen Bewertungsmuster ökologischer Alltagssituationen ausdrücken.
Die nächsten Projektschritte zielen darauf, dieses Tool für den Einsatz im fächerbindenden Schulunterricht weiterzuentwickeln, nach Schülerorientierungen differenzierende Unterrichtsmaterialien zu erstellen und deren Wirksamkeit zur Entwicklung und Stärkung von Nachhaltigkeitsbewusstsein empirisch zu überprüfen.

Ausgewählte Projektpublikationen:

  • Altmeyer, S.; Dreesmann, D. (2020): “The tree was there first” – Using an everyday ecological dilemma to explore the personal orientations of secondary school students in environmental decision-making. Environmental Education Research, DOI: 10.1080/13504622.2020.1853062.
  • Altmeyer, S.; Dreesmann, D. (2020): The importance of religion for the evaluation of everyday ecological decisions by German adolescents. A case study with students in biology and religious education classes. Worldviews 24, 285-307, DOI: 10.1163/15685357-20203001.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Stefan Altmeyer & Prof. Dr. Daniel Dressmann

Im Internet findet sich eine Vielzahl von Erklär – und Lernvideos mit mathematischen Inhalten der Mittelstufe und der Oberstufe. Für Lehrkräfte ist es wichtig, diese Materialien unter verschiedenen Gesichtspunkten einordnen zu können, da sie von Schülerinnen und Schülern als Ergänzung zum Unterricht genutzt werden.
Wir untersuchen die Nutzung des Mediums Lehr- und Lernvideos zur mathematischen Begriffsentwicklung aus der Perspektive der Lehrbuch – und Lehrmittelanalyse. Fachübergreifende Aspekte bei dieser Analyse und Entwicklung von Lehrvideos sind die Einbeziehung kulturhistorischer Aspekte, die Analyse der Sprache aus tätigkeitstheoretischer und psychologischer Sicht und Verbalisierungen und bildhafte Darstellungen von Problemlöseprozessen.

Ansprechpartnerin: Prof.'in Dr. Ysette Weiss

Säule Bildungsforschung

Die Studie untersucht das Empfinden, Erleben und Verhalten älterer Menschen in der Corona-Pandemie.

Einen Projektbericht mit vorläufigen Ergebnissen finden Sie hier

Projektleiter: Dr. Vincent Horn & Prof. Dr. Cornelia Schweppe

Die Studie ist mit dem Ziel verbunden, aus der Sicht von pflegenden Angehörigen
Erkenntnisse über die Folgen der Corona-Krise im Rahmen der häuslichen Pflege zu generieren.
Solche Erkenntnisse sind höchst relevant, damit die ohnehin prekäre häusliche Pflege von alten
Menschen unter Covid-19 nicht noch weitere Zuspitzungen und eine entsprechende Unterstützung
erfährt.

Einen Projektbericht mit vorläufigen Ergebnissen finden Sie hier.

Projektleiter: Dr. Vincent Horn & Prof. Dr. Cornelia Schweppe

Seit 2011 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mehrere Standorte für islamisch-theologische Studien und Religionspädagogik an deutschen Universitäten. Zentrales Ziel ist es, Lehrkräfte für den islamischen Religionsunterricht und muslimische Theolog_innen auszubilden sowie Student_innen für die Gemeindepädagogik, soziale Arbeit und Seelsorge in muslimischen Kontexten zu qualifizieren. Allerdings besteht bis jetzt kein gesichertes Wissen darüber, ob und wie die Absolvent_innen tatsächlich in diesen Sektoren beschäftigt sind, welche weiteren Berufsfelder sich ergeben haben, wie die Absolvent_innen ihre Beschäftigungssituation einschätzen und wie das absolvierte Studium mit Blick auf die Qualifizierung für unterschiedliche berufliche Tätigkeiten zu beurteilen ist.

Die Verbleibstudie nimmt diese Fragen in den Blick. Die Studie wird von der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam mit der Universität Gießen (Dr. Naime Cakir, Professorin für Islamische Theologie mit Schwerpunkt muslimische Lebensgestaltung) und der Universität Mainz (Dr. Constantin Wagner, Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Heterogenität) durchgeführt. Neben der Relevanz der Erkenntnisse für die gesellschaftlichen Wirkungen der islamischen Theologie und Religionspädagogik sowie die curriculare Ausgestaltung der Studiengänge möchte die Erhebung Beiträge zur Hochschulforschung, zur Professionalisierungsforschung sowie zur Übergangsforschung liefern. Ferner sollen die Ergebnisse dazu beitragen, die bestehenden Studienangebote in islamischer Theologie und Religionspädagogik besser an arbeitsmarktliche Bedürfnisse anzupassen und dadurch ihre Attraktivität zu erhöhen.

Ansprechpartner: Jun.-Prof. Dr. Constantin Wagner

Das Verbundvorhaben “MeDigOn - Mehrwert durch digitale Konzepte (MeDigOn) - E-Learning in der Onkologie: Das Mainzer Modell MeDigOn (M³)” verfolgt das Gesamtziel, für die zweijährige Weiterbildung “Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpfleger*in für die Pflege in der Onkologie” innovative digitale Lehr-/Lernformate zu entwickeln, um Lernprozesse und Lernergebnisse zu optimieren. Die Weiterbildung wird von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Universitätsmedizin Mainz (UM) gemeinsam für examinierte Gesundheits- und (Kinder)Krankenpflegerinnen und -pfleger angeboten. In enger Kooperation mit den Teilnehmenden der Weiterbildung, Lehrenden sowie weiteren Akteuren im Umfeld wird ein digital gestütztes Lernkonzept im Blended-Learning Format konzipiert und erprobt. Insbesondere sollen die Fähigkeit der Pflegefachpersonen zum selbstgesteuerten Einsatz von Medien im Berufsalltag erhöht, berufsspezifische IT-Kompetenzen ausgebildet, tätigkeitsbezogene Problembewältigung über den Einsatz digitaler Medien sowie grundlegendes medienkompetentes Wissen gefördert werden. Das Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung der Universität Koblenz (ZFUW) unterstützt das Projekt konzeptionell mit seiner mediendidaktischen Expertise. Die Projektlaufzeit beträgt insgesamt drei Jahre, Start war im Februar 2020. Aus der Säule Bildungsforschung ist Jun.-Prof. Dr. Sebastian Lerch an dem Projekt beteiligt.

Die Projekthomepage finden Sie hier.

Im BMBF-Verbundprojekt PARTNER werden die konkreten Praxen der Zusammenarbeit als organisational
vielfältige und multiperspektivische Gestaltungen des Verhältnisses zwischen Kitas und Familien fokussiert, in die auch die Kinder aktiv eingebunden sind. Dabei interessiert insbesondere, wie in diesen vielfältigen und mitunter auch widersprüchlichen praktischen Gestaltungen des Verhältnisses zwischen Familien und Kitas gesellschaftliche Ungleichheitsverhältnisse wirksam werden.

Eine ausführliche Projektbeschreibung finden Sie hier

Ansprechpartnerin (u.a): Prof.'in Dr. Tanja Betz & Dr.'in Stefanie Bischoff-Pabst

Säule Hochschulforschung

Ziel des Projektes ist es, unterschiedliche Dynamiken mit Blick auf die kleinen Fächer (Gründungs- und Schließungsprozesse, Einbindung in interdisziplinären Forschungs- und Lehrkooperationen) zu untersuchen sowie flächendeckende Daten zu Studiengängen und Promotionsfächern sowie zur Repräsentanz kleiner Fächer an weiteren Hochschultypen zu erheben.

Eine ausführliche Projektbeschreibung finden Sie hier.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Uwe Schmidt

Das auf drei Jahre angelegte und mit rund 1,2 Mio. Euro geförderte Drittmittelprojekt „Führungsethik als Ethik in den Wissenschaften“ hat sich zum Ziel gesetzt, ein kompetenzorientiertes Lehr-Lernangebot „Führungsethik“ für Studierende und Doktorand*innen der MINT-Fächer zu konzeptionieren.

Eine ausführliche Projektbeschreibung finden Sie hier

AnsprechpartnerIn: Claudia Buir & Prof. Dr. Uwe Schmidt

Das Vorhaben ELMaWi verfolgt im Rahmen einer quasiexperimentellen Validierungsstudie mit Lehramtsstudierenden und Lehrkräften der Fächer Mathematik und Wirtschaftswissenschaften (WiWi) zwei zentrale Ziele:

  1. die Überprüfung der validen Erfassung von fachspezifischer Lehrerkompetenz, d.h. über das Lehrerwissen hinaus soll das situative Handeln zur Anforderungsbewältigung im Unterricht mittels innovativer Erhebungsformate abgebildet werden
  2. die Überprüfung der validen Abbildung von domänenspezifischen Anteilen der Lehrerkompetenz, die sowohl im Domänenvergleich, als auch unter besonderer Berück-sichtigung des Einflusses generischer Kompetenzen untersucht werden soll.

Die Projekthomepage finden Sie hier.

Ansprechpartnerinnen (u.a.): Dr. Christiane Kuhn & Prof. Dr. Olga Zlatkin-Trotschanskaia

Ziel des TWIND-Projekts ist es, die Berufs-, Technik und Wirtschaftsdidaktik sowie die allgemeine Fachdidaktik (Deutsch, Politik) systematischer zu integrieren, um die aktuellen Entwicklungen der Digitalisierung und der Hybridisierung im Berufssektor zu adressieren. Das Projekt fokussiert auf die (fach)didaktisch integrative Entwicklung, Erprobung, Evaluierung, Optimierung und einen breiten Transfer von ginnovativen digitalen Medienpaketen zur effektiven Förderung von Handlungskompetenzen bei (angehenden) Lehrkräften. Das Teilprojekt der Wirtschaftspädagogik der JGU Mainz beschäftigt sich insbesondere mit der Entwicklung von digitalen Medienpaketen im kaufmännischen Bereich, sowie mit der verbundweiten Evaluation des Einsatzes der neu implementierten Medienpakete.

Die Projekthomepage finden Sie hier

Ansprechpartnerinnen (u.a.): Prof. Dr. Christian Dormann, Prof. Dr. Olga Zlatkin-Trotschanskaia, Dr. Christiane Kuhn & Prof. Dr. Markus Höffer-Mehlmer