Thema

Grenzen sprengen - Forschung verbinden. Interdisziplinäre empirische Forschung jenseits klassischer Handlungsfelder.

Im Zuge von globalgesellschaftlichen Transformationsprozessen ist die Gegenwart durch zunehmende Wandlungsprozesse, Entgrenzungen und strukturelle Umbrüche gekennzeichnet. Individuen und Organisationen sind mit vielfältigen Widersprüchen, Ambivalenzen und neuen Anforderungen konfrontiert. Dieser Wandel geht mit einem großen Maß an Unbestimmtheit und Kontingenz einher, die eine ständige Neuverortung und Reflexion erfordern. Traditionell vermeintlich klare Zuständigkeiten und Grenzen pädagogischer Handlungsfelder und Organisationen, wie etwa der Familie, Schule oder Jugendhilfe, verschieben sich. Um diese Phänomene in ihrer Komplexität analysieren zu können, bedarf es auch im Kontext der empirischen Forschung strukturell, methodisch sowie inhaltlich gesehen einer Transformation. Interdisziplinäre Forschung eröffnet eine vielversprechende Möglichkeit, um gegenstandsangemessen pädagogische Fragestellungen jenseits klassischer Handlungskontexte und Forschungsfelder kollaborativ zu bearbeiten und damit eine ganzheitliche Betrachtung von Lebenswirklichkeiten zu ermöglichen. Dem möchten wir mit dem Tagungsthema „Grenzen sprengen – Forschung verbinden. Interdisziplinäre empirische Forschung jenseits klassischer Handlungsfelder" explizit einen Raum bieten.

Das Tagungsthema steht in der starken interdisziplinären Tradition der AEPF. Andreas Krapp hat in seiner Festrede zum 50-jährigen Bestehen der AEPF in Göttingen auf den ganz besonderen Charakter der AEPF-Tagungen hingewiesen. Jenseits formaler Kriterien oder disziplinärer Herkunft stellt das zentrale Kriterium das Interesse an empirisch-pädagogischer Forschung dar. Auch im 55. Jahr ihres Bestehens ist es das Ziel der Tagung felder- und disziplinenübergreifende Forschung zu präsentieren, die klassische Grenzen überschreitet und traditionell unverbundene Felder miteinander verknüpft. Mit dem Tagungsthema möchten wir die vielfältigen Forschungsbemühungen in den Gegenstandsbereichen empirisch-pädagogischer Forschung mit dem Schwerpunkt auf thematisch bzw. methodisch übergreifende Herangehensweisen ins Zentrum stellen und damit explizit Vorhaben in den Fokus rücken, die traditionelle Grenzen auf unterschiedlichen Ebenen überwinden. Dabei reduzieren wir das Spektrum nicht auf die Präsentation empirischer Forschungsergebnisse. Ebenso sind methodische, konzeptionelle oder theoretische Beiträge willkommen, sofern sie einen Beitrag für eine empirische Erforschung leisten. Wir wollen – ebenfalls an der Tradition der AEPF anknüpfend – methodische Fragestellungen vertieft diskutieren. Deshalb sind explizit Beiträge zu Forschungsmethoden erwünscht, die eine Methodendiskussion ermöglichen. Hierzu ist ein eigener Vortragsstrang vorgesehen.

Wir laden Sie herzlich ein, empirische, theoretische und methodische Beiträge zum Tagungsthema und dem gesamten Spektrum empirisch pädagogischer Forschung einzureichen. Neben „klassischen“ Bezugsdisziplinen wie der Erziehungswissenschaft, Psychologie, Soziologie und (Fach-)Didaktik, sind ebenso alle weiteren bildungswissenschaftlich relevanten wissenschaftlichen Disziplinen, wie beispielsweise Ökonomie, (Bildungs-)Recht, Informatik oder Bildungsgeschichte aufgerufen, sich an der Tagung zu beteiligen. Im Fokus des Forschungsinteresses stehen alle Felder der Bildung – sowohl formale, informelle als auch non-formale – über die gesamte Lebensspanne. Um der Interdisziplinarität und innovativen Ideen einen entsprechenden Raum bieten zu können, bieten wir neben den etablierten Präsentationsformen (Symposium, Einzelbeitrag und Poster) auch ein „offenes Format“ an, das – mit Ausnahme einer zeitlichen Restriktion – frei gestaltet werden kann.

Angebote, die sich explizit an Nachwuchswissenschaftler/innen richten und zum Ziel haben, diese zu fördern und weiterzuqualifizieren, werden im Rahmen der diesjährigen Tagung in das Hauptprogramm integriert.

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