Schulforschung (Abgeschlossene Projekte)

 

Projekte im Themenfeld > Bildungsverläufe

Study Competences: Orientierungs- und Studienvorbereitungstraining für Jugendliche

Zahlreiche Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass die Frage der Studienwahl und die wahrgenommene Studienbelastung oft schwer lösbare Probleme für viele Jugendliche darstellen. Die Studienwahl hängt von inhaltlichen, persönlichen und sozialen Faktoren ab. Wenn Jugendliche über ein klares Selbstkonzept verfügen und sie fähig zu Selbstreflexion sind, dann kann das schon eine erfolgreiche Studienwahl ausmachen. Darüber hinaus garantieren erst eine situationsadäquate Handlungsstrategie und ein stabiles Selbstwertgefühl den Erfolg der Studienwahl. Dies ist kein rein kognitiver Prozess, da zur Steuerung der Handlungs- sowie der Lernkompetenz ein angemessener Umgang mit den eigenen Emotionen gehört. Die gegenwärtigen Entwicklungen, die aus diversen Umfragen hervorgehen, zeigen, dass weniger als 30% der Studierenden mehr als 40 Stunden pro Woche in ihr Studium investieren, dass weiterhin die Abbruchquote für ein Studium bei über 30% liegt und dass es eine mögliche Diskrepanz zwischen tatsächlicher und wahrgenommener Belastung im Studium gibt. Betrachtet man die wahrgenommene Studienbelastung näher, so wird ersichtlich, dass etwa 13 bis 16% der Studierenden über ernsthafte Probleme und hohe Belastungen berichten: Die Probleme bestehen vornehmlich in der Planung und Orientierung im Studium und betreffen das Organisieren von sowohl administrativen als auch inhaltsbezogenen Aufgaben. Demnach ist anzunehmen, dass es sowohl studienbezogene Informationsdefizite, Fehleinschätzungen als auch persönliche und fachübergreifende Kompetenzdefizite gibt. Hieraus lässt sich ein dringender Handlungsbedarf ableiten. Ziel dieses Projektes ist es, ein mehrstufiges hochschulvorbereitendes Trainingsprogramm für Jugendliche zur Förderung von systematischen und studienvorbereitenden Kompetenzen zu entwickeln. Dieses soll in die Schule implementiert werden, da Schule dies nicht allein und umfassend systematisch leisten kann. Bei diesem Vorhaben handelt es sich um eine Präventionsmaßnahme sowie um einen Beitrag zur Nachwuchsförderung.

Voraussichtliche Gesamtdauer des Projektes: 4 Jahre

Ansprechpartner:

Dr. Eszter Monigl
Psychologisches Institut, JGU

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Experimentelle Studien zur Bedeutung von Lehrermerkmalen für die Ungleichheit von Bildungschancen

Welche Rolle sozioökonomische Merkmale der Lehrkräfte für die Bildungschancen ihrer Schüler/innen spielen, ist eine bislang weitgehend unbeantwortete Frage. In dem Projekt wurde daher anhand einer Stichprobe von über 700 angehenden Lehrkräften gezeigt, wie mittels eines sog. Faktoriellen Surveys bzw. Vignettenexperimentes die Relevanz von Lehrermerkmalen für die Bildungschancen von Schülern (am Beispiel der Schullaufbahnempfehlung) bestimmt werden kann. Die Ergebnisse auf Basis von Mehrebenenanalysen zeigen, dass das Geschlecht, das Leistungsniveau (d.h. die Abiturnote) und das Alter der angehenden Lehrkräfte, einen beachtenswerten Unterschied für die Schullaufbahnbeurteilung machen. Dabei ist die Tatsache bemerkenswert, dass das Lehrergeschlecht seine Wirkung erst in Interaktion mit dem Schülergeschlecht vollständig entfaltet: Lehrer beurteilen Schüler und Lehrerinnen beurteilen Schülerinnen vergleichsweise besser. Das Projekt zeigt darüber hinaus, dass der Faktorielle Survey – trotz zu diskutierender Einschränkungen – eine gute Methode ist, um Mechanismen der Entscheidungspraxis von Lehrern (und anderen Akteuren im Bildungssystem) aufzudecken, und damit einen Beitrag zur Erklärung bildungsbezogener Ungleichheiten leisten kann.

Ansprechpartner:
Dr. Jürgen Schiener und Dr. Alexander Schulze
Institut für Soziologie, JGU

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Mainzer Grundschulstudie

Die Studie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz soll Aufschluss über sozialstrukturelle Bedingungen am Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule geben, welchen Beitrag Schule und Elternhaus zur Ungleichheit der Bildungschancen leisten und auf welcher Grundlage die Schulwahlentscheidungen fallen. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen aus den Ergebnissen der Studie abzuleiten. Die Ergebnisse sollen außerdem in die Lehrerweiterbildung am Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) einfließen und in die Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der universitären Mentorenprojekte, um bildungsferne Schülerinnen und Schüler stärker anzusprechen.

Ansprechpartner:
Dr. Alexander Schulze und Dipl.-Soz. Susanne Kunze
Institut für Soziologie, JGU

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Leise Differenzieren. Schulische Ungleichheit unterhalb der Sprache

Im Projekt "Leise Differenzieren" werden Formen von Ungleichheit zwischen Schülern erforscht, die sich unterhalb der Sprache des Schulunterrichts befinden. Das Projekt soll Differenzen zwischen Schülern in den Mittelpunkt stellen, die nicht in Leistungsunterschieden, sondern in der Schweigsamkeit ihres Handelns entstehen, in ihren Gesten, Haltungen und Bewegungen und die beobachtbar werden, aber dennoch unterhalb des Diskurses bleiben. Das Projekt soll der Hypothese nachgehen, dass der Bildungsauftrag der Schule und der damit verbundene Anspruch auf Chancengleichheit seine stärkste und unüberwindlichste, weil zugleich nicht zur Sprache zu bringende Grenze in der ungleichen Verteilung eines körperlichen Könnens und Wissens hat, sich ‚angemessen‘ in der Schule zu bewegen. Gegenüber kognitiven Leistungsunterschieden zwischen Schülern, die in Studien zu schulischer Ungleichheit häufig ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt werden, soll es in diesem Projekt um Differenzen gehen, die nicht diskursiv werden und sich allein auf einer solchen schweigsamen Ebene konstituieren.

Das Programm des Projekts möchte den soziologischen Begriff der schulischen Ungleichheit in eine praxeologische Form übersetzen. Dazu soll es Differenzen in den körperfundierten Praktiken von Schülern erforschen.

Ansprechpartner:
Dr. Monika Falkenberg
Institut für Erziehungswissenschaft, JGU

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Nach PISA: Analyse der Bewältigungskompetenz von Jugendlichen in 20 Ländern: Intra- und interkulturelle Vergleiche (DFG, SE 408/20-1)

Jugendliche in verschiedenen Ländern sind aufgrund der zunehmenden Internationalisierung und Urbanisierung zum Teil mit recht ähnlichen Stressoren konfrontiert, zum Teil müssen sie aber auch kulturspezifische Stressoren bewältigen. In einer großen Studie an derzeit 13.000 Jugendlichen (12 bis 20 Jahre alt) wurden typische Stressoren und charakteristische Bewältigungsstrategien an Jugendlichen aus 20 Ländern (wie beispielsweise Afrika, Südamerika, Russland, Finnland, Griechenland, Portugal, Pakistan, Tschechien) untersucht und mit den Werten von gleichaltrigen deutschen Jugendlichen verglichen. Die bisherigen Auswertungen zeigen eine erhebliche Varianz zwischen den Ländern, aber auch viele gemeinsame Stressoren bzw. einheitliche Bewältigungsstile bei Belastungen. Auffällig war, dass sich beispielsweise Jugendliche aus den verschiedenen europäischen Ländern im Sinne eines Nord-Süd-Gefälles zum Teil erheblich unterschieden, dass aber deutsche Jugendliche durchaus nicht als das "Schlusslicht" in Bezug auf Bewältigungskompetenz zu betrachten sind. Sie weisen insgesamt im internationalen Vergleich eine sehr kompetente Herangehensweise auf. Gegenwärtig beziehen sich die Erhebungen auf den asiatischen Raum (Indien, Korea etc.), bislang noch ausstehende europäische Länder wie England und Frankreich sowie die USA und Kanada. Ein wichtiger Schwerpunkt der Auswertungen werden Vergleiche innerhalb der Länder mit verschiedenen Teilstichproben (intrakulturelle Varianz) im Vergleich zu Unterschieden zwischen Ländern (interkulturelle Varianz) sein. Die ersten Auswertungen zum Vergleich in Bezug auf die Stressbereiche Eltern und Schule finden sich in der folgenden Publikation:

Seiffge-Krenke, I. (2006). Nach Pisa. Stress in der Schule und mit den Eltern. Bewältigungskompetenz deutscher Jugendlicher im internationalen Vergleich. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Projektleitung:
Univ.-Prof. Dr. Inge Seiffge-Krenke
Psychologisches Institut, JGU

Bildungsverläufe


Projekte im Themenfeld > Steuerung im Bildungssystem

Effekte schulischer Evaluationspraxis auf Schülerleistung

Evaluationsgestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung ist ein wesentliches Ziel gegenwärtiger Steuerungsbemühungen im deutschen Schulsystem. Mit der Einführung von bildungsstandardbasierten Tests, zentralen Abschlussprüfungen und externen sowie internen Evaluationen verbindet die Bildungspolitik in den meisten Bundesländern hohe Erwartungen hinsichtlich einer datenbasierten Weiterentwicklung von Schule und Unterricht, die idealerweise in einer Verbesserung der Schülerleistung mündet. Bislang liegen allerdings kaum empirische Befunde vor, die die Wirksamkeit unterschiedlicher Strategien der Datennutzung im Hinblick auf Schülerleistungen untersuchen. Im Sinne eines holistischen Ansatzes der Qualitätssicherung und -entwicklung stehen in Schulen für die Initiierung von Entwicklungsaktivitäten Daten aus Vergleichsarbeiten, zentralen Abschlussprüfungen, der Schulinspektion und internen Evaluationen zur Verfügung. Ziel des Projektes ist es die (steuerungspolitisch intendierten) Effekte schulischer Evaluationspraxis auf die Entwicklung der (adjustierten) Schülerleistung zu analysieren sowie ko-determinierende organisationale Merkmale der Schulen zu untersuchen. Zu diesem Zweck soll ein umfangreicher Datensatz für Sekundäranalysen generiert werden. Dieser besteht einerseits aus Befragungsdaten von Schul- und Fachkonferenzleitungen zur schulischen Evaluationspraxis und Merkmalen der Organisation Schule sowie andererseits aus verschiedenen routinemäßig erhobenen Schülerleistungsdaten aus Vergleichsarbeiten sowie zentralen Abschlussprüfungen verschiedener Kohorten um Längsschnittanalysen zu ermöglichen.

Ansprechpartner:
Dr. Sebastian Wurster
Institut für Erziehungswissenschaft, AG Schulforschung/Schulpädagogik, JGU

> Steuerung im Bildungssystem

 

Stand des volkswirtschaftlichen Wissens bei Schülerinnen und Schülern an allgemein- und berufsbildenden Schulen gegen Ende der Sekundarstufe II

Mit Hilfe der deutschen Adaption der vierten – und damit aktuellsten – Version des Test of Economic Literacy des US-Amerikanischen Council for Economic Education wird das volkswirtschaftliche Wissen von 600 bis 900 Schülern/-innen aus Deutschland erhoben. Damit erfolgt eine Analyse, inwieweit deutsche Schüler/-innen über ein ökonomisches Grundwissen verfügen, die u.a. notwendig ist, um aktuelle öffentliche Debatten in den Medien (EURO-, Banken- und Finanzkrise) nachverfolgen zu können. Da zu erwarten ist, dass dieses Grundwissen von Schülern in Deutschland stark unterschiedlich ausgeprägt ist, werden Schüler aus verschiedenen Schulformen (allgemeinbildender und berufsbildender Bereich), gegen Ende der Sekundarstufe II befragt. Neben den geplanten nationalen Analysen liegen den Antragstellern bereits Vergleichsdaten von ca. 2.000 Highschool-Schülern/-innen aus den USA vor. Mit Hilfe der erhobenen Daten aus Deutschland sowie den Vergleichsdaten aus den USA werden erste international vergleichende Analysen durchgeführt.

Ansprechpartner:
Jun.-Prof. Dr. Manuel Förster und Dr. Roland Happ
Gutenberg School of Management and Economics, Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik, JGU

> Steuerung im Bildungssystem

 

Evidenzbasiertes Handeln im schulischen Mehrebenensystem (EviS) – Ergänzende Finanzierung des Forschungsverbundes zur Durchführung einer vertiefenden Teilstudie zur Wirkung und Rezeption von externer Evaluation

Im Rahmen des Projekts liegt der Schwerpunkt der Untersuchung auf der Wirkung von Schulevaluation als spezifische Evidenzquelle. Hierbei interessieren insbesondere der Zusammenhang mit Funktionen der Evaluation und Nutzungsformen sowie der Einfluss der Schuladministration und Schulleitung. Untersucht werden soll in diesem Zusammenhang, inwiefern unterschiedliche Formen der institutionellen Rezeptionspraxis Wirkungen auf die individuelle Rezeption und Evidenzbasierung schulischen Handelns entfalten.

Website des Projekts EviS

Ansprechpartner:
Univ.-Prof. Dr. Uwe Schmidt
Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung, JGU

> Steuerung im Bildungssystem

 

Das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz - zwischen zentraler Steuerung und dezentraler Nachfrage

Die externe Evaluation fokussiert die Rolle des Pädagogischen Landesinstituts im System schulischer Qualitätssicherung und -entwicklung in Rheinland-Pfalz, drei Jahre nach der Fusion der ehemals drei pädagogischen Serviceeinrichtungen zu einem Landesinstitut. Das Pädagogische Landesinstitut vermittelt zwischen dezentraler Planung und Nachfrage von Personal- und Organisationsentwicklungsmaßnahmen auf Seiten von Schulen sowie Lehrkräften und zentralen Vorgaben auf Seiten der Bildungspolitik. Dies wirft die Frage nach den Möglichkeiten einer interinstitutionell koordinierten Planung und Konzeption von Angeboten auf, die eine gezielte lokale Schul- und Unterrichtsentwicklung unterstützen:

  • Wie ist das Angebot des Pädagogischen Landesinstituts hinsichtlich der Unterstützung schulischer Qualitätsentwicklung und einem sich verändernden Anforderungsprofil für Lehrkräfte aus Sicht der Schulen und Lehrkräfte einzuschätzen?
  • Wie gestalten sich vor dem Hintergrund des Fusionsprozesses der ehemals drei Institute zu einem einzigen Landesinstitut sowie der Einführung des Instruments der Zielvereinbarung die Planungs- und Abstimmungsprozesse zwischen MBWWK und Pädagogischen Landesinstitut?
  • Wie und in welchen Arbeitsbereichen werden empirisch gewonnene Informationen in der Einzelschule sowie in Bildungsadministration und -politik als Steuerungswissen für die (strategische) Planung von Organisations- und Personalentwicklungsmaßnahmen genutzt?

Zur Beantwortung dieser Fragestellungen werden neben Vertreter/-innen des Pädagogischen Landesinstituts verschiedene Akteure des Gesamtsystems schulischer Qualitätsentwicklung (AQS, Ministerium, ADD, Schulen) befragt, um dem institutionenübergreifenden Zusammenspiel der einzelnen Akteure Rechnung zu tragen und möglichst die Perspektive aller Beteiligten einfließen zu lassen. Die Daten werden sowohl mit leitfadengestützten Interviews als auch standardisierten, schriftlichen Befragungen erhoben, um mit verschiedenen methodischen Zugängen ein abgerundetes Bild zu erhalten.

Projektleitung:
Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren (Universität Duisburg-Essen), Dr. Frauke Choi (Universität Mainz) und Univ.-Prof. Dr. Uwe Schmidt (Universität Mainz)

Projektmitarbeiterin:
Nadine Göb, M.A. (Universität Mainz) und Miriam Arnold (Universität Mainz)

Gefördert von:
Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (Rheinland-Pfalz)> Steuerung im Bildungssystem

Projektlaufzeit:
August 2013 – August 2015

> Steuerung im Bildungssystem

 

Projekt: Rolle des pädagogischen Unterstützungssystems

Das Projekt "Rolle des pädagogischen Unterstützungssystems" knüpft an das Projekt "Externe Schulevaluation als Baustein schulischer Qualitätsentwicklung in Rheinland-Pfalz: Explorative Analyse institutionenübergreifender Ziele und Prozesse" an. Bei diesem Projekt lag der Fokus auf der Frage, welchen Nutzen Verfahren der externen Evaluation für die Schul- und Unterrichtsentwicklung haben. In der Folgestudie soll nun die wichtige Rolle des pädagogischen Landesinstituts (PL) bei der Qualitätsentwicklung rheinland-pfälzischer Schulen fokussiert werden. Das Pädagogische Landesinstitut ist eine pädagogische Serviceeinrichtung, die für Maßnahmen der Personalentwicklung, für die Erstellung von Materialien zur Unterstützung der Unterrichtsentwicklung sowie für die technisch-organisatorische Unterstützung rheinland-pfälzischer Schulen zuständig ist. Die Studie beinhaltet eine prozessorientierte Studie, die vor dem Hintergrund einer Governanceperspektive die Aufgabenplanung, Aufgabenerfüllung sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung und zur Bedarfsorientierung des PL in ihrem Zusammenspiel mit den Institutionen Schulen, AQS, ADD und Ministerium in den Mittelpunkt stellt. Dabei soll die Frage beantwortet werden, wie das Monitoring in Rheinland-Pfalz aufgebaut sein muss, um sowohl das PL mit Blick auf die Entwicklung eines evidenzbasierten Personalentwicklungsangebots als auch das MBWWK bei der Steuerung des PL zu unterstützen.

Ansprechpartner:
Dr. Frauke Choi (JGU) – operative Projektleitung
Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren (Universität Duisburg-Essen) – fachliche Projektleitung

> Steuerung im Bildungssystem

 

Externe Schulevaluation als Baustein schulischer Qualitätsentwicklung in Rheinland-Pfalz: Explorative Analyse institutionenübergreifender Ziele und Prozesse

Die explorative Studie zielt auf die Evaluation bisheriger Erfahrungen mit dem Verfahren der Externen Schulevaluation, insbesondere mit Blick auf die Frage, welche lokalen wie systemischen Effekte die Instrumente AQS-Bericht und Zielvereinbarungen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung entfalten können. Auf Grundlage der Ergebnisse sollen Wirkungen, Gelingensbedingungen, mögliche Problemlagen und Potenziale herausgearbeitet werden. Dabei werden die Einbettung der Externen Evaluation in das Gesamtsystem schulischer Qualitätsentwicklung berücksichtigt und die spezifischen Wechselwirkungen ihrer Elemente in die Analysen einbezogen.

Es sollen möglichst die Perspektiven und Bedürfnisse von allen an Schule Beteiligten in die Erhebung einfließen, weshalb leitfadengestützte Interviews mit relevanten Auskunftspersonen und Betroffenen aus Schulen, der AQS, der Schulaufsicht, den pädagogischen Serviceeinrichtungen und dem rheinland-pfälzischen Bildungsministerium geführt werden.

Die Studie wurde vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur in Rheinland-Pfalz in Auftrag gegeben.

Projektleitung:
Dr. Frauke Choi – operative Projektleitung
JGU

Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren – fachliche Projektleitung
Universität Duisburg-Essen

> Steuerung im Bildungssystem

 

Wissenschaftliche Begleitung des Programms "Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen"

Gegenstand der wissenschaftlichen Begleitung ist die Evaluation des von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Bundesagentur für Arbeit, der Deutsche Bank Stiftung und anderen Partnern initiierten bzw. unterstützten Programms "Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen".

Die zentralen Ziele der wissenschaftlichen Begleitung sind die Analyse der Rahmenbedingungen, Prozesse und Wirkungen des Wettbewerbs "Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen" und die Einschätzung des Nutzens der für die angesprochenen Schulen entwickelten Programmelemente.

Außerdem soll der Frage nachgegangen werden, welche motivationalen Effekte und welche Impulse für die Schulentwicklungsarbeit von der Wettbewerbsteilnahme ausgehen, unter welchen Bedingungen der Wettbewerb die Entwicklung von Schulen, die zur Ausbildungsreife führen, positiv befördern kann, wie nachhaltig seine Wirkungen einzuschätzen sind und welche Funktionen der Wettbewerb für die Schulen hat. Darüber hinaus wird der Transfer von schulischem Erfahrungswissen unterstützt. Durch eine wissenschaftlich fundierte Sichtung und Aufbereitung schulischer Wettbewerbsbeiträge sowie durch vertiefende Fallanalysen wird der Blick auf erfolgreiche Konzepte schulischer Arbeit gerichtet, insbesondere auf Schulen, die unter schwierigen Bedingungen arbeiten.

Um die Prozess- und Ergebnisqualität der verschiedenen Programmelemente zu erfassen, werden Befragungen der Teilnehmerschulen durchgeführt und ausgewertet werden. In einem ersten Schritt ist dabei eine Online-Befragung zur Wettbewerbsteilnahme vorgesehen. Im Anschluss an die geplante Netzkonferenz sowie die Fortbildungsveranstaltungen an den Siegerschulen des Wettbewerbs werden diese Maßnahmen mithilfe weiterer Befragungen der Teilnehmer/innen (Schulleitung, Lehrkräfte, Schülerschaft) evaluiert. Qualität und Nutzung der Website werden ebenfalls einbezogen. Anhand der Fallstudien sollen darüber hinaus exemplarisch Wirkungen und Effekte des Programms erfasst werden. Hier stehen aber insbesondere Konzepte zur Förderung der Ausbildungsreife und der Verbesserung der Arbeitsmarktqualifizierung im Vordergrund.

Projektleitung:
Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren
Universität Duisburg-Essen

Projektmitarbeiterinnen:
Katharina Hombach und Susanne Strunck
Institut für Erziehungswissenschaft

Projektlaufzeit:
2008 bis 2010

> Steuerung im Bildungssystem

 

Bedingungen und Wirkungen dezentraler und zentraler Abschlussprüfungen im naturwissenschaftlichen Unterricht

Zentrale Prüfungen (insbesondere das Zentralabitur) sind mittlerweile in fast allen Bundesländern implementiert. Gleichwohl sind der organisatorische Rahmen und die Wirkung der Prüfungsmodalität beim Abitur (dezentral/zentral) auf schulische Arbeitsprozesse und -ergebnisse bisher kaum untersucht. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt greift dieses Forschungsdesiderat mit Bezug auf Educational Governance-Ansätze als Fallstudie im Rahmen explorativer, quantitativ orientierter empirischer Bildungsforschung auf. Als Basis dient eine aktuelle Bestandsaufnahme der teils deutlich unterschiedlichen Prüfungspraxis zwischen den deutschen Bundesländern sowie ausgewählten internationalen Referenzstaaten, um die Erhebungsinstrumente der zweiten Projektphase zu optimieren und die Befunde kontextspezifisch interpretieren zu können. In der zweiten Phase werden an Gymnasien und in einer kleineren Stichprobe an Gesamtschulen in drei unterschiedlich prüfenden Ländern (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen) die in der Literatur formulierten und weitgehend ungeprüften Thesen zur Wirkung der Prüfungsform auf schulsystemischer, einzelschulischer, unterrichtlicher und individueller Ebene geprüft. Dabei werden auch fachspezifische Unterschiede analysiert. Eingesetzt werden u. a. standardisierte Befragungsinstrumente im Querschnittdesign und Expertenratings bei Aufgabenanalysen in den naturwissenschaftlichen Fächern im Längsschnittdesign. In der dritten Phase werden die entwickelten Instrumente für zwei bis drei internationale Vergleichsländer, die unterschiedliche Steuerungsphilosophien und Organisationsstrukturen zentraler Abschlussprüfungen repräsentieren, adaptiert, um die nationalen Befunde der zweiten Projektphase im internationalen Vergleich zu validieren bzw. die spezifische Wirkung der Kombination von Prüfungselementen – auch in ihrer Einbettung in nationale kulturelle und gesellschaftliche Kontexte – zu analysieren. Hierzu sind Experteninterviews mit Akteuren auf der Ebene der Bildungsadministration und der Einsatz standardisierter Befragungsinstrumente in Schulen vorgesehen.

Das Projekt ist an der Universität Mainz/ZSBH angesiedelt und wird in Kooperation mit der DFG-Forschergruppe "Naturwissenschaftlicher Unterricht" an der Universität Duisburg-Essen durchgeführt.

Projektbeteiligte an der Universität Mainz:
Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren und Dr. Rainer Block

E. Dominique Klein
Promotionsvorhaben zum Thema: "Zentrale Abschlussprüfungen als Steuerungsinstrument im Mehrebenensystem Schule? Ein explorativer Vergleich ausgewählter OECD-Staaten" (Arbeitstitel)

Projektbeteiligte an der Universität Duisburg-Essen:
Svenja Mareike Kühn
Promotionsvorhaben zum Thema: "Analyse von Prüfungsaufgaben in zentralen und dezentralen Abiturprüfungsverfahren am Beispiel der naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächer"

Projektlaufzeit:
April 2007 bis März 2010

> Steuerung im Bildungssystem

 

Externe Evaluation der Internatsschule Schloss Hansenberg

Die externe Evaluation der Internatsschule Schloss Hansenberg durch das Zentrum für Schul-, Bildungs- und Hochschulforschung (ZSBH) der Universität Mainz dient der Erfassung der Schul- und Unterrichtsqualität sowie der Lern- und Bildungsprozesse, die die Schüler und Schülerinnen an der ISH durchlaufen. Sie ergänzt und erweitert die interne Evaluation mit dem Ziel einer Objektivierung und qualitativen Vertiefung der Ergebnisse. Durch eine an wissenschaftlichen Standards der empirischen Sozialforschung orientierte Untersuchung leistet sie auf diese Weise einen Beitrag zur Qualitätssicherung und -entwicklung der ISH.

Die Auswertung der durch die vorgesehenen Erhebungen gewonnenen Daten ermöglicht es, Wirkungen und Ergebnisse des schulischen Förderprogramms einerseits, sowie die Besonderheiten der Bildungsverläufe der Schüler und Schülerinnen an diesem Begabteninternat andererseits zu erfassen. In diesem Zusammenhang soll außerdem versucht werden, das Förderangebot der ISH in einen bundesweiten Vergleich mit anderen Schulen ähnlicher Ausrichtung einzuordnen und Spezifika zu identifizieren. Aus der differenzierten Rückspiegelung der Ergebnisse an die Schule können schließlich praktische Konsequenzen für die Schulentwicklung abgeleitet werden.

Projektbeteiligte:
Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren, Univ.-Prof. Dr. Heiner Ullrich und Cathrin Nessler
Institut für Erziehungswissenschaft, JGU

Univ.-Prof. Dr. Margarethe Imhof
Psychologisches Institut, JGU

Univ.-Prof. Dr. Uwe Schmidt und Katharina Heil
Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung, JGU

Projektlaufzeit:
November 2008 bis November 2009 (fortlaufend)

> Steuerung im Bildungssystem

 

Evaluation: Ideen für mehr! Ganztägig lernen.

Zeitraum der ersten Evaluation:

November 2005 - Februar 2007

Zeitraum der zweiten Evaluation:

Juni 2007 - Dezember 2008

Zeitraum der dritten Evaluation:

Januar 2009 - Dezember 2009

Seit dem 1. November 2005 wird das Programm "Ideen für mehr! Ganztägig lernen." der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) von Mitgliedern des Zentrums für Schul-, Bildungs- und Hochschulforschung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz evaluiert. Die wissenschaftliche Begleitung bündelt die Expertise von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Zentrums für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ) und des Instituts für Erziehungswissenschaft der Universität.

Das Programm "Ideen für mehr! Ganztägig lernen." begleitet das Investitionsprogramm Zukunft Bildung und Betreuung (IZBB) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und dient der inhaltlichen Unterstützung des Auf- und Ausbaus von Ganztagsschulen in Deutschland.

Gegenstand der wissenschaftlichen Evaluation sind Prozesse, Wirkungen und Ergebnisse des Programms "Ideen für mehr! Ganztägig lernen." mit Blick auf den Nutzen der Programmelemente (regionale Serviceagenturen, Werkstätten etc.) für die Entwicklungsarbeit der Schulen mit ganztägigen Angeboten. Das formative Evaluationskonzept zielt auf eine "wissensbasierte Entwicklungsarbeit": Im Zentrum steht nicht nur der bewertende Aspekt der Evaluation, sondern auch eine beratende, entwicklungsbegleitende Funktion, bei der netzwerkanalytische und organisationssoziologische Ansätze zugrunde gelegt werden. Die Evaluationsergebnisse, die prozessbegleitend in regelmäßigen Abständen an alle involvierten Akteure des Programms rückgekoppelt werden, fließen direkt in die strukturelle und konzeptionelle Entwicklungsarbeit des Programms ein. Entsprechend der unterschiedlichen Fragestellungen und Strukturen der einzelnen Teilprogramme werden differenzierte methodische Zugänge gewählt, die sowohl auf quantitative als auch auf qualitative Instrumente der empirischen Sozialforschung zurückgreifen.

> Steuerung im Bildungssystem

 

DFG – Projekt
"Wirksamkeit einer bildungspolitischen Reformstrategie im öffentlichen (Berufs-)Schulwesen - Mehrebenenanalyse am Beispiel der erweiterten Autonomie der Einzelschule"

Ziele & Fragestellungen

Die Zielsetzung der Studie ist es das Reformanliegen „erweiterte Autonomie der Einzelschule“ näher zu präzisieren und in seinen verschiedenen Dimensionen operationalisierbar und quantitativ erfassbar zu gestalten. Des Weiteren sollten die Interpretations- und Reaktionsmuster der Akteure auf den verschiedenen Steuerungsebenen identifiziert und abgebildet werden, um so mögliche Bruchstellen innerhalb des top-down gerichteten Reformprozesses zwischen und innerhalb der Steuerungsebenen zu identifizieren. Weiter gilt es wichtige Einflussgrößen zu identifizieren, die die Umsetzung der Reform in der Einzelschule beeinflussen.

Untersuchungsdesign

Im Projekt werden im Besonderen qualitative und quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung eingesetzt und kombiniert, was der Forderung nach verstärkter Methodentriangulation Rechnung trägt:

Qualitative Studie

  • Befragung der drei oberen bildungspolitischen Hierarchieebenen (Schulverwaltung, Schulaufsicht, Schulleitung) des Bundeslandes Berlin
  • themenfokussiertes Interview mittels eines Leitfadens
  • Erfassung der subjektiven Definitionen, Assoziationen und Einstellung zu den durch das neue Schulgesetz und des Reformanliegens „erweiterte Autonomie der Einzelschule“ ausgelösten Prozessen

Quantitative Studie

  • Schriftliche Befragung mittels eines Fragebogens der Lehrkräfte und Schulleitungsmitglieder an 16 Oberstufenzentren in Berlin
  • die verwendeten Skalen basieren auf den in der qualitativen Studie genannten hemmenden und fördernden Einflussgrößen der Reformumsetzung

Ergebnisse

  • Identifikation von verschiedenen Implementierungsbrüchen zwischen und innerhalb der einzelnen Ebenen. Als Grund hierfür können unterschiedliche mentale Modelle, wie auch sehr unterschiedliche Wahrnehmungs- und Einstellungsstrukturen angeführt werden
  • Typologisierungen einzelner Akteursgruppen innerhalb einer Ebene, die auf den unterschiedlichen Einstellungen beruhen
  • insbesondere das Schulleitungshandeln, die wahrgenommene Innovationsresistenz des Kollegiums, die eigene Loyalität und die empfundene Fremdbestimmung können auf der Ebene der Einzelschule als signifikante Erklärungsgrößen der Innovations- und Reformbereitschaft identifiziert werden.

Vorträge / Publikationen

Preuße, D. & Zlatkin-Troitschanskaia, O. (2008). Kollektiv geteilte mentale Modelle der Steuerungsakteure von Reformstrategien im öffentlichen Schulwesen. In Lankes, E.-M. (Hrsg.), Pädagogische Professionalität als Gegenstand empirischer Forschung. Münster et al.: Waxmann, 267-282.

Förster, M. & Zlatkin-Troitschanskaia, O. (2008). Abschlussbericht: Wirksamkeit einer bildungspolitischen Reformstrategie im öffentlichen (Berufs-)Schulwesen – Mehrebenenanalyse am Beispiel der erweiterten Autonomie der Einzelschule. Unveröffentlichtes Dokument. Mainz.

Kontakt

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Olga Zlatkin-Troitschanskaia

Bearbeitung: Dipl.-Hdl., Dipl.-Betrw. Manuel Förster

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik
Univ.-Prof. Dr. Olga Zlatkin-Troitschanskaia
Jakob-Welder-Weg 9
D-55009 Mainz

Tel: (0049) 06131 - 39 22009

Fax: (0049) 06131 - 39 22095

> Steuerung im Bildungssystem

 

Praxisforschungsprojekt Lehrerkooperation

Das Praxisforschungsprojekt richtet den Blick auf Kooperationsprozesse selbstgesteuerter Schul- und Unterrichtsentwicklung von Lehrerinnen und Lehrern. Mit Methoden wie Audiographien, Gruppendiskussionen und Interviews werden Kommunikation und Kooperation sowohl in formellen wie informellen Lehrerteams nachgezeichnet und auf ihr Potenzial zur Unterstützung und Vernetzung hin analysiert. Das praxisorientierte Projekt will die Lehrkräfte durch Rückspiegelung und regelmäßige Reflexionsschleifen in ihren Kooperationsprozessen unterstützen und ihnen eine Perspektivenerweiterung bieten.

Das Projekt wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts für Erziehungswissenschaft durchgeführt, vom Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz unterstützt und von einer privaten Stiftung finanziert.

Projektmitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft:
Univ.-Prof. Dr. Franz Hamburger, Univ.-Prof. Dr. Heiner Ullrich, Dr. Till-Sebastian Idel, Dipl.-Päd. Lisa Baum und Dipl.-Päd. Nadine Bondorf

Projektlaufzeit:
2006 bis 2009

> Steuerung im Bildungssystem

 

Wissenschaftliche Begleitung des Schulwettbewerbs „Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen“

Von Oktober 2008 bis März 2010 (Phase 1) wurde der Schulwettbewerb "Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen" der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Bundesagentur für Arbeit, dem BDA und der Deutschen Bank Stiftung von der Universität Mainz in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen wissenschaftlich begleitet. Ziele der wissenschaftlichen Begleitung waren:

  • Überarbeitung des Wettbewerbskonzepts in Kooperation mit dem IFS Dortmund
  • wissenschaftliche Aufbereitung des schulpraktischen Erfahrungswissens der Bewerberschulen
  • formative Evaluation des Wettbewerbs und des Netzwerks von "Starke Schule"

Von Januar 2010 bis Januar 2012 (Phase 2) werden an der Universität Mainz in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen die Elemente des Netzwerks von „Starke Schule“ wissenschaftlich begleitet. Die wissenschaftliche Begleitung schließt an Phase 1 an und ist auf folgende Ziele ausgerichtet:

  • Bestandsaufnahme und Einschätzung der Netzwerkangebote im Hinblick auf ihre Qualität
  • Beratung und Formulierung von Perspektiven für das Netzwerk, auch im Hinblick auf die Übertragung von "gelingender Praxis" (best-practice)

Ansprechpartner:
Dr. Frauke Choi
Zentrum für Schul-, Bildungs- und Hochschulforschung, JGU

Dipl.-Psych. Simone Herrlinger
Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung, JGU

Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren
Universität Duisburg-Essen

> Steuerung im Bildungssystem

 

 


Projekte im Themenfeld > Professionalisierung im Bildungsbereich

Leichter Lernen mit interaktiven Medien? Zum Einfluss individueller Differenzen in der exekutiven Kapazität auf das Lernen in interaktiven Lernumgebungen

Mit dem zunehmenden Einsatz interaktiver Medien wie Smartboards oder Tablet-Computer im Schulunterricht und in der Hochschullehre ist unter anderem die Hoffnung verbunden, dass sich damit die Lernmotivation und die Lernleistungen verbessern lassen. Trotz dieser hohen Erwartungen fehlt es aber sowohl an einem theoretischen Rahmen, vor dessen Hintergrund die Anforderungen, die das Lernen mit interaktiven Medien an die Lernenden stellt, analysiert werden können, als auch an fundierten experimentellen und kognitionspsychologisch ausgerichteten Studien, die sich mit den Auswirkungen des Lernens mit interaktiven Medien auf das Arbeitsgedächtnis der Lernenden befassen. In dem Forschungsprojekt soll deshalb untersucht werden, (1) inwieweit interaktiv und multimedial/multimodal gestaltete Lernumgebungen die Arbeitsgedächtniskapazität beanspruchen und ob sich aus dieser Beanspruchung, je nach individueller Ausprägung der Kapazität, differentielle Effekte im Hinblick auf die Lernleistung ergeben, (2) ob die Belastungen, die sich aus der Interaktivität und multiplen Repräsentationsformaten ergeben, kumulativ wirken, (3) ob die Anforderungen an die Arbeitsgedächtniskapazität, die das Lernen mit interaktiv und multimedial/multimodal gestalteten Lernumgebungen mit sich bringt, durch metakognitive Hilfen besser bewältigt werden können und ob die Effektivität dieser Hilfen durch interindividuelle Differenzen in der Arbeitsgedächtniskapazität moderiert wird. Auf der Basis der Ergebnisse dieser Studien sollten sich Empfehlungen für die Gestaltung und den Einsatz von interaktiven, multimedialen/multimodalen Lernumgebungen ableiten lassen.

Ansprechpartnerin:
Dr. Christiane Baadte
Psychologisches Institut, JGU

> Professionalisierung im Bildungsbereich


Projekte im Themenfeld > Lern- und Bildungsprozesse

 

Projekt "Fachspezifische Schwerpunktsetzung und Vielperspektivität im Sachunterricht"

Der Sachunterricht in der Grundschule zeichnet sich durch eine vielperspektivische Struktur aus. Unter den Überbegriff „Sachunterricht“ fallen neben naturwissenschaftlichen auch technische, sozialwissenschaftliche, geographische und historische Inhalte. Schülerinnen und Schüler sollen möglichst in allen Fachfeldern Kompetenzerfahrungen sammeln. Da bislang keine Studien zu fachspezifischen Schwerpunktsetzungen im Sachunterricht vorliegen, wird anhand von Klassenbüchern und Interviews mit Lehrkräften analysiert, ob und inwiefern Lehrerinnen und Lehrer im Sachunterricht – etwa aufgrund eigener thematischer Präferenzen – bestimmte Fächer und Themen stärker gewichten und welche unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen es in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen gibt.

Das Projekt wird von Jun.-Prof. Dr. Katrin Gabriel-Busse und Jun.-Prof. Dr. Claudia Kastens (School of Education Wuppertal) durchgeführt.

Forschungsbereiche: Schulforschung, Lern- und Bildungsprozesse

 

 

Projekt "Voraussetzungen des erfolgreichen Lernens: Welche Wirkung haben die Darbietungsformen und Hintergrundgeräusche auf die kognitive Leistung von Kindern und Jugendlichen?"

Wenn im Unterricht komplexe Sachverhalte vermittelt werden sollen, werden häufig Texte mit Bildern vernetzt oder durch Videosequenzen ergänzt. Dies führt zu einer dualen Codierung wichtiger Informationen, die sich förderlich auf das Lernen auswirken kann. Das Verstehen multipel codierter Informationen erfordert aber auch, dass diese integrativ verarbeitet werden. An diesen Prozessen ist maßgeblich das Arbeitsgedächtnis beteiligt, in dem alle lernrelevanten Informationen kurzzeitig gespeichert und zusammengeführt werden. Als eine Störquelle für diese kognitiven Speicher- und Verarbeitungsprozesse in der Schule wird die Lärmbelästigung während des Unterrichts identifiziert. Besonders irrelevante Hintergrundgeräusche scheinen zu einer Leistungsverminderung der Lernenden zu führen, die umso stärker ausfällt, je jünger die Lernenden sind. In insgesamt drei Teilstudien des Projekts wird untersucht, ob erstens die negative Auswirkung von Hintergrundgeräuschen durch Dual-Coding gemildert werden kann, zweitens die gleichzeitige Präsentation von Bild und Text (Arbeits-)Gedächtnis- und Lernprozesse unterstützen kann und drittens Dual-Coding-Prozesse in der Kindheit und im Jugendalter gleich effizient wirken, da sich die Arbeitsgedächtniskapazität in dieser Zeit entwickelt.

Das Projekt wird von Dr. habil. Bozana Meinhardt-Injac und Dr. habil. Christiane Baadte durchgeführt.

Forschungsbereiche: Schulforschung, Lern- und Bildungsprozesse

 

 

"Natur schützen – Schöpfung bewahren" als fächerübergreifendes Projekt des Biologie- und Religionsunterrichts

Das fächerübergreifende Projekt hat zum Ziel, die bislang auf globale Themen beschränkte Kooperation der Fachdidaktiken Biologie und Religion auszuweiten. Im Rahmen des Projekts sollen lebensweltlich relevante Fragen, die das Abwägen und Bewerten alltäglicher Handlungsoptionen einfordern, aus der Perspektive beider Fächer betrachtet werden. Stellt sich im Alltag etwa die Frage, ob das Grillsteak vom glücklichen Schwein oder doch lieber das Angebot des Discounters wahrgenommen werden soll, würde im Biologieunterricht nach ökologischen, tierethischen und nachhaltigkeitslogischen Gesichtspunkten gefragt werden, um eine Haltung gegenüber der Natur einzuüben. Im Religionsunterricht würde hingegen mit Blick auf die Verantwortung des Menschen gegenüber der Schöpfung argumentiert werden. Um einen zu wenig sachinformierten bzw. einen zu wenig reflektiert normativen Umgang solcher Fragestellungen zu vermeiden, soll das Projekt erste didaktische Vorschläge für einen fächerverbindenden Unterricht formulieren und theoretische Defizite aufarbeiten.

Ansprechpartner:
Univ.-Prof. Dr. Stefan Altmeyer
FB01 – Katholisch-Theologische Fakultät, Seminar für Religionspädagogik, Katechetik und Fachdidaktik Religion, JGU

Univ.-Prof. Dr. Daniel Dreesmann
FB10 – Biologische Fakultät, Biologiedidaktik, JGU

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Differentielle Effekte von Online-Selbstregulationstrainings: Begleitforschung zu einem GLK-Lehrprojekt

Die Fähigkeit zum selbstregulierten Lernen stellt eine Schlüsselqualifikation dar, die Studierende im Laufe ihres Studiums erwerben sollten. Als problematisch erweist sich jedoch, dass Studierende solche Schlüsselkompetenzen häufig nicht besitzen bzw. erwerben. Im Rahmen eines bereits vom Gutenberg-Lehrkolleg (GLK) bewilligten Lehrprojektes wird daher ein web-basiertes Training (WBT) zum selbstregulierten Lernen in der Gruppe der Lehramtsstudierenden implementiert. Im Rahmen des vorliegenden Projektantrags (ZSBH) wird das Projekt erweitert, um zwei Forschungsfragen nachzugehen: Das erste Ziel besteht darin, die Wirksamkeit des WBT in Bezug auf die Kompetenz zum selbstregulierten Lernen und den Lernerfolg zu überprüfen. Dabei interessiert besonders die Zielgruppe der Lehramtsstudierenden, da frühere Studien des Antragstellers die Wirksamkeit für Studierende von MINT-Fächern bereits nachweisen konnten. Das zweite Ziel besteht darin herauszufinden, welche Eigenschaften von Lernenden darüber entscheiden, ob eine solche Wirksamkeit eintritt oder nicht. Theoretisch zu erwarten sind beispielsweise differentielle Effekt des Alters, der Gewissenhaftigkeit oder der Änderungsbereitschaft; empirische Untersuchungen dazu fehlen bislang. Das ZSBH-Forschungsprojekt bietet daher die Gelegenheit, zwei für die Praxis der Hochschullehre relevante Forschungsfragen zu beantworten und mit den daraus resultierenden Fachpublikationen den Grundstein für ein längerfristiges Forschungsprogramm zu legen.

Ansprechpartner:
Dr. Henrik Bellhäuser und Dr. Christine Eckert
Psychologisches Institut, Psychologie in den Bildungswissenschaften, JGU

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Bildungsprozesse und Kompetenzentwicklung im "Raum der Gründe"

Das übergreifende Projektvorhaben ist über die Ausarbeitung eines Drittmittelantrages langfristig in den Feldern Bildungsphilosophie – Didaktik der Philosophie – Bildungs-/Lern-/Unterrichtsforschung angelegt. Übergreifend folgt die Thematik des Forschungsprojektes der gegenwärtigen philosophischen Konzeptualisierung eines Bildungsbegriffes, der sich an den Theorien über den "Raum der Gründe" orientiert (Habermas, Nida-Rümelin). In einem zweiten Schritt ist diese philosophische Modellierung von Bildungssubjekten und Räumen der Bildung mit soziologischen und poststrukturalistischen Analysen über Diversität und Heterogenität in Erziehungs- und Bildungskontexten zu konfrontieren (insbesondere symbolische und soziale Ordnungen wie gender, class etc.). Diese weitläufigen und gesellschaftstheoretisch relevanten Analysen sollen im Anschluss mit unterrichtsbezogenen und sowohl empirisch als auch normativ rekonstruierbaren Bildungsfragen der Philosophiedidaktik enggeführt werden.

Ansprechpartner:
Jun.-Prof. Dr. Christian Thein
Philosophisches Seminar, Fachdidaktik Philosophie/Ethik, JGU

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Erleichtern Abbildungen das Verstehen von Sachtexten? Kognitive Prozesse und Anforderungen beim multimedialen Lernen im Biologieunterricht

Zur Vermittlung von Wissen über komplexe Sachverhalte werden im Biologieunterricht, der sich traditionell durch eine Vielfalt an Unterrichtsmedien auszeichnet, meist Texte mit ergänzenden Abbildungen verwendet. Das Verstehen solcher Sachverhalte erfordert, dass Informationen aus dem Text und der dazugehörigen Abbildung integrativ verarbeitet werden. Welche konkreten Anforderungen diese Integrationsleistung an das Arbeitsgedächtnis von Schülerinnen und Schülern stellt, ist bisher nur selten untersucht worden. Die Ergebnisse eigener Studien der Projektverantwortlichen deuten allerdings darauf hin, dass besonders Lernende mit einer geringeren Arbeitsgedächtniskapazität Schwierigkeiten damit haben, Informationen aus multiplen Quellen zu verarbeiten. In dem Forschungsprojekt, für das Drittmittel eingeworben werden sollen, wird die Rolle des Arbeitsgedächtnisses beim Verstehen multipler Repräsentationen spezifiziert.

Ansprechpartner:
Dr. habil. Christiane Baadte
Psychologisches Institut (Psychologie in den Bildungswissenschaften), JGU

Univ.-Prof. Dr. Daniel Dreesmann
Institut für Zoologie, JGU

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Lehren und Lernen mit Tablets, Apps und digitalen Schulbüchern

Im Rahmen des vorliegenden Projekts soll der Blick auf den konkreten Einsatz von Apps und digitalen Schulbüchern im Unterricht und den Einsatzmöglichkeiten am Beispiel des Fachs Mathematik gerichtet werden. Zentrale Fragestellungen sind dabei beispielsweise, in welchem Maße digitale Zusatzmaterialen verwendet werden und anhand welcher Kriterien deren Qualität überprüft wird. Tragen die digitalen Lehrmaterialien (Apps, digitale Schulbücher) zur Veränderung des Unterrichts bei? Welche didaktischen Potenziale werden den digitalen Materialien von Lehrpersonen unterstellt und wie werden sie bewertet? Wie kommen die Schülerinnen und Schüler mit den digitalen Materialien zurecht und wie bewerten sie diese für das Lernen? Die Beantwortung der Fragen soll in Form von Videobeobachtung von Mathematikunterricht mit und ohne digitale Medien, von Interviews mit den unterrichtenden Mathematiklehrerinnen und -lehrern sowie den Schülerinnen und Schülern erfolgen. Die Auswertung der Daten erfolgt mit Hilfe von Verfahren der strukturalen Hermeneutik.

Ansprechpartner:
Dr. Jasmin Bastian und Univ.-Prof. Dr. Stefan Aufenanger
Institut für Erziehungswissenschaft, AG Medienpädagogik, JGU Mainz

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Wissensunterschiede zwischen Frauen und Männern: Der Einfluss der Lebenslaufrelevanz von Wissenstestungen

Untersucht werden Wissensunterschiede zwischen den Geschlechtern bei Wissenstests. Die Literatur berichtet häufig entweder für männliche oder für weibliche Personen einen Wissensvorsprung. Die Befundlage ist jedoch nicht konsistent. In diesem Projekt liegt der Fokus auf der Beschaffenheit der Testsituation. Konkret soll hier die Hypothese geprüft werden, ob Wissensunterschiede zwischen Frauen und Männern bei lebenslaufrelevanten Tests, d. h. Tests, deren Bewertung in eine Abschlussnote eingeht, und lebenslaufirrelevanten Tests unterschiedlich ausfallen.

Das geförderte Projekt ist als Vorstudie konzipiert und zielt auf die Einreichung eines Drittmittelantrages bei der DFG ab.

Ansprechpartner:
Olga Diener (geb. Mater), M.Sc. und Univ.-Prof. Dr. Christian Dormann
Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik, JGU

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Die Konstituierung des Unterrichtsgegenstands. Eine vergleichende Rekonstruktion am Beispiel von Deutschland, Frankreich und Senegal

Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Carla Schelle (Institut für Erziehungswissenschaft) wird ein Projekt durchgeführt, welches im Bereich einer internationalen interpretativen Unterrichtsforschung angesiedelt ist. Das Forschungsprojekt entwickelt eine vergleichende Perspektive auf die Praxis in zwei europäischen und einem afrikanischen Land (Deutschland, Frankreich, Senegal). Das Vorhaben versteht sich als ein Beitrag zu einer kultursensiblen hermeneutischen Didaktik. Im Rahmen des Projektes soll den Fragen nachgegangen werden, (1) wie der Gegenstand („die Sache“) des Unterrichts durch das Unterrichtsgespräch kommunikativ hergestellt und damit konstruiert wird, (2) wie die Beteiligten miteinander sprechen, dass der Gegenstand virulent bleibt und (3) wie die Teilnehmer sich gegenseitig adressieren.

Ansprechpartner:
Univ.-Prof. Dr. Carla Schelle
Institut für Erziehungswissenschaft, Arbeitsgruppe Schulpädagogik, JGU

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Ethnografie zur Hausaufgabenpraxis

Das Vorhaben beschäftigt sich mit der bisher wenig erforschten Hausaufgabenpraxis im häuslichen Umfeld. Dabei sollen die Praktiken von Schülerinnen und Schülern beim Anfertigen und Erledigen von Hausaufgaben beschrieben und die verschiedenen Herangehensweisen, Schwierigkeiten und möglichen Konflikte systematisch analysiert werden. Das geförderte Projekt ist als Vorstudie konzipiert und zielt auf die Einreichung eines Drittmittelantrages bei der DFG ab. Geleitet wird das Projekt von Univ.-Prof. Karin Bräu und Jun.-Prof. Dr. Marius Harring aus dem Institut für Erziehungswissenschaft, AG Schulforschung/Schulpädagogik.

Ansprechpartner:
Univ.-Prof. Dr. Karin Bräu (E-Mail), Jun.-Prof. Dr. Marius Harring (E-Mail)
Institut für Erziehungswissenschaft, AG Schulforschung/Schulpädagogik, JGU

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Schulbücher als dingliche Medien

Die Schulbuchforschung beschäftigt sich mit der Frage, welche gesellschaftlichen Vorstellungen und Ideen bei der Gestaltung von verschiedenen Schulbüchern eine Rolle spielen. Hierbei wird deutlich, dass die verschiedenen Schulbücher kulturell geprägte Medien sind. Dabei bleibt die Rolle des Schulbuchs auf seine Inhalte beschränkt, ohne es in seiner materiellen und medialen Qualität zu erforschen. Dieses Forschungsprojekt geht davon aus, dass die materiellen Träger von Wissen entscheidend an der Darstellung der Inhalte beteiligt sind und Wahrnehmung und Umgang mit den Inhalten mitbestimmen. Aus dieser Perspektive lassen sich folgende Fragestellungen für dieses Projekt ableiten: Wie stellt das Schulbuch Inhalte dar? Welches Wissen dient als Grundlage für die Inhaltsdarbietung? Wie nehmen Lehrer und Schüler darauf Bezug, damit es ihnen etwas zeigen kann? Zur Beantwortung dieser Fragen nimmt das Projekt eine praxistheoretische Perspektive ein, die das praktische Wissen, das der Darstellungsleistung zugrunde liegt, untersucht.

Ansprechpartner:
Univ.-Prof. Dr. Herbert Kalthoff (E-Mail)
Institut für Soziologie, JGU

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Grünhaus

Ein Unterrichtskonzept, welches sich praktisch mit dem Thema Nutzpflanzen und Pflanzenzüchtung auseinandersetzt, fehlte bisher in den Sekundarstufen I und II aus biologiedidaktischer Perspektive. Demnach blieb auch die Einbettung in Alltagsbezüge und öffentliche Diskurse aus. Deshalb wurde 2011 das Grünhaus-Projekt konzipiert und im Jahr 2012 an Schulen prototypisch erprobt. Dieses beschäftigt sich mit dem handlungsorientierten Umgang mit Nutzpflanzen auf dem Schulgelände von der Aussaat bis zur Ernte und einer begleitenden Wachstums- und Entwicklungsanalyse. Somit werden Nutzpflanzen im Original im Unterricht erfahrbar gemacht. Mittels einer biologiedidaktischen Begleitevaluation soll das Interesses an und das Vorwissens der Schüler/innen über Nutzpflanzen untersucht werden. Außerdem soll erforscht werden, wie die Schüler/innen motiviert werden können, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Mit Hilfe von standardisierten schriftlichen Befragungen und fokussierten Interviews soll die Veränderung der Motivation der Schüler/innen auf Grund der originalen Begegnung mit Nutzpflanzen und die Wechselwirkung mit ihrer Umwelt untersucht werden.

Ansprechpartner:
Univ.-Prof. Dr. Daniel Dreesmann (E-Mail)
Institut für Zoologie, JGU

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Smarter lehren mit interaktiven Whiteboards – der Einsatz interaktiver Whiteboards in der Lehramtsausbildung

Zunehmend kommen an Schulen in Deutschland neben klassischen Medien wie Tafel, Overheadprojektor oder Bücher und Arbeitsblätter auch moderne, so genannte Neue Medien zum Einsatz, darunter auch das interaktive Whiteboard. Während interaktive Whiteboards an Schulen eine relativ hohe Verbreitung aufweisen, werden sie in der universitären Ausbildung der Lehramtsstudierenden bislang kaum genutzt. Für eine sinnvolle und effektive Verwendung interaktiver Whiteboards im Schulunterricht ist es jedoch von entscheidender Bedeutung, dass Lehrkräfte sowohl über ausreichend Medienkompetenz zur Verwendung der interaktiven Whiteboards verfügen als auch in der Lage sind, die Technologie in ein didaktisches Konzept einzubetten. Das Projekt hat zum Ziel, den Einsatz von interaktiven Whiteboards im Seminar "Normale und auffällige Lernprozesse: Diagnostik und Hilfestellung" (Pflichtseminar im Studiengang BA Ed) zu evaluieren.

Ansprechpartner:
Dr. Tatjana Hilbert, Dr. Sabine Fabriz und Univ.-Prof. Dr. Margarete Imhof (E-Mail)
Psychologisches Institut, Psychologie in den Bildungswissenschaften, JGU

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Implementierung personalisierter mobiler Endgeräte (iPads) in den Unterricht und Auswirkungen auf das persönliche Wissensmanagement

Innerhalb formaler Bildungskontexte wie Hochschule und Schule herrscht zunehmende Einigkeit darüber, dass sich das Lehren verändern muss, um ein verändertes, “neues” Lernen zu ermöglichen. Ein wesentliches Ziel von Schule heute ist, fachspezifische wie überfachliche Kompetenzen der Schüler/-innen zu fördern und sie damit auf einen lebenslangen Lernprozess vorzubereiten. Der stetige Medienwandel, der sich vor allem mit den Schlagworten Digitalisierung, Interaktivität und (technischer) Medienkonvergenz charakterisieren lässt, betrifft insbesondere auch den Bereich von Schule und Unterricht.

Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit die Qualität der Technik und die Beschaffenheit u. a. von mobilen Endgeräten wie Laptops oder im speziellen Tablet-PCs (hier: iPads) sowie entsprechende softwarebasierte Angebote des sich weiterentwickelnden Internets eine Wirksamkeit hinsichtlich der Verstärkung eines veränderten Lehrens und Lernens zukommt.

Ansprechpartner:
Luise Ludwig (Link)
Institut für Erziehungswissenschaft, JGU

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Ferienbetreuungsprogramm "Denksport"

Die Gestaltung der Freizeit in den Ferien ist prinzipiell eine Aufgabe der Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern/Bezugspersonen. Darüber hinaus gibt es immer schon Angebote der unterschiedlichsten Akteure. Mit der Zunahme an Ganztagsschulangeboten und der Ausweitung elterlicher Erwerbstätigkeit, die sich zunehmend auf die Ganztagsbetreuung der Kinder und Jugendlichen einrichtet, werden diese Angebote noch wichtiger. Auch die Möglichkeit für Kinder und Jugendliche, rund um die Uhr auf Angebote der Medien zurückgreifen zu können, ist ein (defensives) Argument für die Differenzierung und den Ausbau alternativer Angebote.

Für die Gestaltung solcher Angebote sind drei Gesichtspunkte besonders relevant:

  • Von Seiten der Kinder und Jugendlichen sind Bedürfnisse wie Erholung, der Wechsel von An- und Entspannung, Unterhaltung und Geselligkeit wichtige Elemente.
  • Von Seiten einer "Wissensgesellschaft" sind Erwartungen hinsichtlich eines Zuwachses an selbstgesteuerter Reflexivität, an kognitiver Verarbeitungsfähigkeit und an Kompetenz für soziale Austauschprozesse relevant.
  • Von Seiten gesellschaftlicher und individueller Problemlagen ist das Ziel der körperlichen und mentalen Fitness, der aktiven Bewältigung von Entwicklungsaufgaben und des Ausgleichs von Benachteiligungen in den Vordergrund gerückt.

Das Ferienangebot "DenkSport" richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler der Hauptschulzweige, welche die Chance erhalten sollen, ihre fachlichen, sozialen und persönlichen Kompetenzen zu erweitern, sowie zusätzlich an die Gruppe der Lehramtsstudierenden, welchen die Gelegenheit geboten werden soll, wertvolle Praxiserfahrungen zu sammeln. Die inhaltliche Ausgestaltung des Ferienangebots sieht eine Kombination der Fächer Mathematik und Sport vor.

Ansprechpartner:
Thomas Kimmig
Transferstelle Bildung, Zentrum für Schul-, Bildungs- und Hochschulforschung, JGU

Projektbeteiligte:
Univ.-Prof. Dr. Ysette Weiss (E-Mail)
Fachdidaktik der Mathematik

Shar naz Parsa, M.A.

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Rekonstruktion von Inszenierungsmustern ästhetischer Erfahrung im Literaturunterricht - Deutsch/Portugiesisch als Baustein einer realistischen Literaturdidaktik

Ziel der rekonstruierenden Analyse von Unterrichtsprozessen ist eine Theorie ästhetischer Erfahrung in schulischen Kontexten, die die Problematik ihrer didaktisch-reduzierten sowie ihrer denkbaren professionalisierten Umsetzung integriert. Die Möglichkeit zur ästhetischen Erfahrung mit Literatur besteht zunächst nur hypothetisch. Man kann mit ästhetischen Gegenständen auch anderes machen als ästhetische Erfahrungen, und man kann im Erfahrungsprozess ebenso scheitern – auch trotz oder gerade wegen der Vermittlungsstrukturen des allgemein bildenden Unterrichts. Es fehlt an Forschungsprojekten, die Vermittlungs- und Aneignungsprozesse "in situ", also im Unterricht selbst, analysieren. Um dieses Defizit zu bearbeiten, soll mit dem hier beschriebenen Projekt ein erster Baustein für eine empirisch gehaltvolle "Realistische Deutschdidaktik" gelegt werden – nicht als Theorie guten Deutschunterrichts, sondern als eine Theorie realen Deutschunterrichts, die seine Strukturprobleme (v.a. spezifische Antinomien) herausarbeitet.

Es geht dabei nicht um den Nachweis gelingender ästhetischer Erfahrung im Deutschunterricht, sondern um die genaue Rekonstruktion der Inszenierungsmuster ästhetischer Erfahrung im Literaturunterricht mit dem Ziel der Formulierung eines Modells, welches möglichst alle denkbaren Varianten der didaktischen Umgangsweise mit der Herausforderung auf Lehrerseite wie auf Schülerseite beschreibt. Das Projekt ist Ausgangsprojekt für einen breiten Projektfächer. Es soll einen Beitrag zur pädagogischen Professionalisierung von Deutschlehrern liefern, indem es Schlüsselprobleme der Literaturvermittlung objektiv beschreibbar macht. Als empirisch gehaltvolle Theorie weist sie nach, von welchen immanenten Normen Literaturunterricht strukturiert wird und ist insofern ein Beitrag zu einer Bildungstheorie des Literaturunterrichts. Ihr Einsatz in der Lehrerausbildung soll den angehenden Lehrern Kunstfehler von Dilemma-Situationen unterscheidbar machen und somit zur Professionalisierung künftiger Deutschlehrer beitragen.

Ansprechpartner:
Jun.-Prof. Dr. Torsten Pflugmacher (E-Mail)
Deutsches Institut, JGU

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Bildungsprozesse an Begabteninternaten: Externe Evaluation eines Oberstufen-Gymnasiums für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (II)

Ansprechpartner:
Univ.-Prof. Dr. Uwe Schmidt
Zentrum für Qualitätssicherung und entwicklung, JGU

Univ.-Prof. Dr. Marten Clausen und Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren
Universität Duisburg-Essen

> Lern- und Bildungsprozesse

 

Entwicklungsbedeutsame Aspekte, didaktisches und pädagogisches Handeln im Unterricht in Frankreich und Deutschland rekonstruieren

Den Projektzusammenhang bildet eine kultur-hermeneutische Pädagogik, die sich pädagogischen und didaktischen Interventionen im Unterricht in Frankreich und in Deutschland widmet. Im Setting einer rekonstruktiven und "reflexiven Unterrichtsforschung" können Potentiale einer vergleichenden Forschung entfaltet werden. Perspektiven bieten diese Ergebnisse auch für binationale Studiengänge und forschungsbezogene Angebote in der Lehrerbildung, wie z.B. dem Cursus Integré an den Universitäten in Mainz und Dijon.

Theoretisch lässt sich bei den Rekonstruktionen von Unterrichtssequenzen aus Frankreich und Deutschland an strukturalen Entwürfen (Parsons, Bourdieu) und Interaktionistischen Modellen (Mead) anschließen, die ihrerseits ein Verstehen- und Durchschauen-Wollen von sozialer Praxis bis hin zu Fragen der Identitätsentwicklung als Bildungsmomente von Kindern und Jugendlichen thematisieren. Ausgehend von einer Vorstellung von Kultur als Aushandeln von Bedeutungen, von Sinn und Sinnsystemen, die Einzelne mehr und weniger inkorporiert haben, sind theoretische Überlegungen für den Umgang mit Unterrichtssequenzen (aus verschiedenen Muttersprachen) auch im Hinblick auf die jeweilige Struktur einer Sprache, die Informationsstruktur u.a. (Sprachbewusstsein) bedeutsam.

Anhand von empirischen Materialen können Grenzen und Möglichkeiten des Rekonstruierens von Unterrichtsstunden aus einem anderen Land methodengeleitet aufgezeigt und begründet werden. Das Ausloten von Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Unterrichtsgeschehen ist im Medium des Theoretischen zu fundieren.

Projektlaufzeit:
seit 2007

Projektmitarbeiter:
Univ.-Prof. Dr. Carla Schelle und Dipl.-Päd. Nina Meister
Institut für Erziehungswissenschaft, JGU

Studierende der Interpretationswerkstatt Unterricht aus Frankreich analysieren (Studium Bildungswissenschaften)

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Evaluation der Projekte "sprint" und "Denksport"

Die Studie soll Informationen darüber liefern, wie Lehramtsstudierende eine solche Praktikumserfahrung im Vergleich zu einem "klassischen" Schulpraktikum bewerten. Dies ist von Interesse bei einer längerfristigen Implementierung solcher Praxisprojekte innerhalb des Lehramtsstudiums.

Ansprechpartner:
Univ.-Prof. Dr. Franz Hamburger
Zentrum für Schul-, Bildungs- und Hochschulforschung (ZSBH), JGU

> Lern- und Bildungsprozesse

 

Förderunterricht für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in Mainz und Wiesbaden

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Erziehungswissenschaft unterstützen in Zusammenarbeit mit Projektpartnern Förderunterricht für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in Mainz und in Wiesbaden. Der Förderunterricht hat mit dem Schuljahr 2005/06 in zwei Projekten begonnen:

  • FUMI (in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz, Human Help Network e. V. und dem Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e. V.). Der Förderunterricht findet an Mainzer Schulen statt.Beteiligung: Univ.-Prof. Dr. Franz Hamburger, Dipl.-Päd. Christine Schlickum
  • LIFT (Lernen intensiv – Fördern und Trainieren) (in Zusammenarbeit mit dem Amt für Soziale Arbeit der Stadt Wiesbaden, freien Trägern der Jugendhilfe und Wiesbadener Schulen). Der Förderunterricht findet an Wiesbadener Schulen statt.Leitung: Univ.-Prof. Dr. Markus Höffer-Mehlmer

Die Projekte werden gefördert mit Mitteln der Mercator-Stiftung.

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ICH und DU und WIR – Evaluation eines Trainings zur Prävention von aggressivem Verhalten und zur Stärkung der Sozialkompetenz

Das Präventionsprogramm Ich und Du und Wir (IDW) wird mit Unterstützung der LBS und den Sparkassen in Rheinland-Pfalz an Grundschulen eingesetzt, um die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Ziele des Trainings sind die verbesserte Selbstwahrnehmung, differenziertere Wahrnehmung von Gefühlen und Befindlichkeiten des anderen und Entwicklung von kooperativen und integrativen Fähigkeiten in der Klasse. Das Programm wurde seit Februar 2008 durch eine Datenerhebung mit dem Ziel einer Evaluation begleitet. Um die Programmevaluation zu vertiefen, aus der sich auch Schlussfolgerungen für die zukünftige Arbeit des Programms begründet ableiten lassen, sind weitere Evaluationsschritte erforderlich. Bei der Betrachtung der bisher geleisteten Arbeit und der Ergebnisse der Evaluation wurde deutlich, dass für die weitere Entwicklung der Arbeit mit IDW die Bedingungen, unter denen das Programm vor Ort jeweils implementiert worden ist, näher zu analysieren sind. Das betrifft die Entscheidungen für das Programm ebenso wie das Training und die Begleitung der Lehrer und Lehrerinnen, Umfang, Intensität und Dauer der Umsetzung und den Fortbildungsbedarf der beteiligten Personen. Aufgrund der Heterogenität der Vorgehensweisen über die verschiedenen Schulen hinweg, ist noch nicht ausreichend klar, aufgrund welcher Maßnahmen positive Effekte des Programms bei Schülerinnen und Schülern, bei Lehrerinnen und Lehrern, aber auch in der Beziehung zwischen diesen Gruppen, zu erwarten sind.

Es ist geplant, die relevante Personengruppen zu befragen: Schüler und Schülerinnen unterschiedlicher Jahrgangsstufen mit und ohne IDW-Erfahrung, Lehrer und Lehrerinnen an den Schulen, Klassenlehrer und Klassenlehrerinnen, die IDW durchgeführt haben bzw. Kontakt hatten mit Klassen, die mit IDW gearbeitet haben, Personen in der Schulleitung und Schulaufsicht, die involvierten Schulpsychologen und ggf. auch Elternvertreter. In Bezug auf die organisatorischen Rahmenbedingungen ist der Kontext zu untersuchen, in dem IDW eingeführt wurde (z.B. welche anderen Programme laufen sonst noch, welchen Freiraum schafft die Schule für IDW) und in welchem Umfang IDW an einer Schule implementiert wurde. An kritischen Ereignissen soll dokumentiert werden, in welcher Relation IDW zur Einführung der neuen Grundschulordnung steht, welche Rolle die Pädagogische Konferenz, Zeitpunkt und Form des Studientages, Schulleiterwechsel und andere Faktoren des Schulalltags spielen.

Projektleitung:

Univ.-Prof. Dr. Margarete Imhof
Psychologisches Institut, JGU

Projektbeteiligte:

Dr. Christine Eckert und Dr. Myriam Schlag
Psychologisches Institut, JGU

> Lern- und Bildungsprozesse

 

Interaktive Whiteboards im schulischen Einsatz

Interaktive Whiteboards – digitale Tafeln – spielen in Schulen vermehrt eine große Rolle. Sie sollen die traditionelle Kreidetafel ablösen. Bisherige Studien beschäftigen sich entweder mit der Rolle der Lehrpersonen bei deren Einsatz sowie den damit verbundenen Medienkompetenzen oder mit den Leistungsergebnissen bei Schülerinnen und Schülern in einem Unterricht mit einer solchen digitalen Tafel. Das vorliegende Vorhaben möchte in einer Vorstudie zum einem einen ersten Einblick über den Einsatz solcher interaktiven Whiteboards an rheinland-­pfälzischen Schulen verschaffen sowie zum anderen anhand von einigen Fallstudien deren konkreten Einsatz im Unterricht untersuchen. Bei Letzterem geht es vor allem um die Frage, welche Kommunikations- und Interaktionsstrukturen ein solcher Einsatz impliziert. Die Analyse soll mit Hilfe von sozialwissenschaftlichen sowie kommunikationswissenschaftlichen Methoden vorgenommen werden. Dazu wird ein interdisziplinärer Ansatz als Vermittlung von Medienpädagogik und Kommunikationswissenschaften gewählt. Das Vorhaben ist auch als Vorstudie für einen größeren Antrag gedacht, in dem umfassend auf das Phänomen der zunehmenden Verwendung von interaktiven Whiteboards in Schulen eingegangen werden soll.

Ansprechpartner:
Univ.-Prof. Dr. Stefan Aufenanger
Institut für Erziehungswissenschaft, AG Medienpädagogik, JGU

Univ.-Prof. Dr. Oliver Quiring
Institut für Publizistik, JGU

Projektlaufzeit:
2 Jahre (ab 01.08.2010)

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Kompetenzentwicklung im bildungswissenschaftlichen Studium

Wie lassen sich Kompetenzentwicklungsprozesse in der Lehrerbildung beschreiben und erfassen?

Welcher eigenen "Logik" folgen sie und was genau entwickelt sich in den unterschiedlichen
Qualifikationsangeboten an der Universität?

Bietet die forschungsorientierte Arbeit an Fällen aus der schulischen Praxis dabei Anlass, ergänzend zum bildungswissenschaftlichen Theoriewissen ein kasuistisches, (selbst-)reflexives Fallwissens aufzubauen, um die Reflexion und (Weiter-)Entwicklung von Wahrnehmungsstrukturen sowie die Ausbildung einer entsprechenden Kontextsensitivität anzubahnen und damit letztlich eine Professionalisierung des Aufbaus von Erfahrungswissen zu erreichen?

In dieser Vorstudie sollen erste, empirisch begründete Aussagen über den Beginn der Kompetenzentwicklungsprozesse während des ersten Semesters des bildungswissenschaftlichen Studiums generiert werden. Dabei geht es nicht nur darum, die von den Studierenden angeeigneten Bestände an wissenschaftlichem Theoriewissen sichtbar zu machen. Vielmehr soll ein besonderer Fokus auf diejenigen Wissensformen gelegt werden, die von quantitativ orientierten Forschungsansätzen nicht oder nur am Rande berücksichtigt werden. Es geht also insbesondere um die Rekonstruktion der Entwicklung von (Selbst-)Reflexions- und Deutungskompetenzen sowie von implizitem Wissen. Darüber hinaus stellt die Vorstudie die Initiation für eine Längsschnittuntersuchung dar, welche die Rekonstruktion der Kompetenzentwicklungsprozesse von Studierenden über die gesamte Studien- sowie nach Möglichkeit auch noch über die Referendariats- und Berufseinstiegsphase anvisiert.

Projektbeteiligte:
HD Dr. Bernd Stelmaszyk und Univ.-Prof. Dr. Till-Sebastian Idel
Institut für Erziehungswissenschaft, JGU

Univ.-Prof. Dr. Katharina Kunze
Universität Göttingen

Projektlaufzeit:
2009 bis 2010

> Lern- und Bildungsprozesse

 

Lehrer-Schüler-Beziehungen an Waldorfschulen

Forschungsprojekt aus Mitteln der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (zusammen mit Werner Helsper und Bernhard Stelmaszyk) Beginn: 11/2002 - Ende 5/2006

In Deutschland erfüllt heute kein anderer Schultyp so umfassend die Funktion einer profilierten Alternative zum staatlich (und konfessionell) getragenen Schulwesen wie die Freie Waldorfschule. Die Praxis der Waldorfschulpädagogik und ihre Bildungswirkungen sind allerdings empirisch vergleichsweise nur wenig erforscht.
In der aktuellen Diskussion über die Aufgaben der Schule angesichts des Strukturwandels im Aufwachsen und der zunehmenden Probleme und Krisen heutiger Kinder und Jugendlichen nimmt die Waldorfpädagogik eine besondere Position ein, weil sie die Unentbehrlichkeit einer engen und dauerhaften personalen (Klassen-)Lehrer-Schüler-Beziehung betont. Ein Spezifikum der Waldorfschule liegt in der bewusst pädagogisch akzentuierten Aufgabe des Klassenlehrers, welcher die Schüler seiner Klasse durch den täglichen Hauptunterricht im Idealfall kontinuierlich von der 1. bis zur 8. Klasse führt, um sie erst dann an die Fachlehrerschaft der Oberstufe abzugeben.

  1. Ein erstes allgemeines Ziel unseres Projekts ist es, im Rahmen des in der letzten Zeit in Gang gekommenen Dialogs zwischen Erziehungswissenschaft und Waldorfpädagogik den Kenntnisstand über die Bildungs- und Erziehungswirklichkeit an Waldorfschulen im Hinblick auf den zentralen Bereich der Lehrer-Schüler-Beziehungen zu erweitern.
  2. Dabei gehen wir zweitens davon aus, dass es innerhalb des programmatisch einheitlichen Spektrums der Waldorfschulpädagogik beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Waldorfschulen gibt, so dass sich auch hier die These der Schulqualitätsforschung von der besonderen Bedeutung der Einzelschule und ihrer jeweiligen Lernkultur aufweisen und fruchtbar machen lässt.
  3. Die zentrale Fragestellung unserer Untersuchung betrifft drittens die Realisierung der mit dem Klassenlehrer-Prinzip verbundenen besonderen Formen der Lehrer-Schüler-Beziehung in der bewusst pädagogisch geprägten Schulwelt einer Waldorfschule, welche den gesellschaftlich dominanten Tendenzen der Erosion von Autorität und der Informalisierung des Generationsverhältnisses an vielen Stellen geradezu entgegengesetzt ist. Uns interessiert im Kern, ob und in welchen Formen dieses auf personale Autorität, d.h. auf Vorbild und Identifikation angelegte Erziehungsverhältnis mit frühadoleszenten Schülerinnen und Schülern heute verwirklicht werden kann. Inwieweit kommt es in der Beziehung des Waldorf-Klassenlehrers zu den Schülern seiner Klasse zu Formen gegenseitiger Anerkennung und Idealisierung? Gibt es von Anfang an oder im Laufe der Zeit kritische Punkte und Phasen, wo das Verhältnis aufbricht und als krisenhaft erlebt wird?
  4. Für die Weiterentwicklung der qualitativen Schulforschung halten wir es schließlich viertens für notwendig, die Lehrer-Schüler-Beziehungen mehrebenenanalytisch zu untersuchen und die verschiedenen Ebenen miteinander in Beziehung zu setzen: die Interaktionsstruktur im Unterricht mit den subjektiven Deutungen der daran beteiligten Akteure sowie mit der vorherrschenden programmatischen Orientierung in der Lehrerschaft der betreffenden Waldorfschule.

Um die Lehrer-Schüler-Beziehungen an Waldorfschulen in einer ausreichenden Vielfalt und auf den verschiedenen Ebenen erfassen zu können, beabsichtigen wir,

  • drei verschiedene Waldorfschulen mit unterschiedlichen Schulkulturen bzw. Schulprogrammen und -profilen auszuwählen und dort
  • in je einer 8.Klasse die Lehrer-Schüler-Interaktionen im Hauptunterricht eine Woche lang zu beobachten und aufzunehmen,
  • den Klassenlehrer und je vier bis fünf ausgewählte SchülerInnen „seiner” 8.Klasse (unter Berücksichtigung ihrer Jahreszeugnisse aus der 7.Klasse) in zu befragen sowie
  • mit einer Expertengruppe des Lehrerkollegiums an jeder Waldorfschule über die Erfahrungen mit dem Klassenlehrer-Prinzip zu diskutieren.

Die Datenerhebung an den Waldorfschulen ist im ersten Halbjahr 2003 durch je zwei den Schulen im Voraus bekannte Projektmitarbeiter erfolgt. Die nach den Richtlinien des Datenschutzes anonym transkribierten Unterrichtsszenen, Interviews und Protokolle werden mit den geeigneten Verfahren qualitativer Forschung ausgewertet und interpretiert. Erste Zwischenergebnisse sind im Frühjahr 2004 zu erwarten. Das Gesamtprojekt, das kooperativ von zwei Forscherteams an den Universitäten Halle/Saale und Mainz und in Abstimmung mit dem Bund der Freien Waldorfschulen in Stuttgart durchgeführt wird, soll im Laufe das Jahres 2005 abgeschlossen und in einem ausführlichen Forschungsbericht der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Wiss. Mitarbeiterinnen:

  • Dipl.-Päd. Davina Höblich (Pädagogisches Institut, Universität Mainz)
  • Dipl.-Päd. Gunther Graßhoff (Pädagogisches Institut, Universität Mainz)
  • Dipl.-Päd. Dana Jung (Institut für Pädagogik, Universität Halle/Saale)

> Lern- und Bildungsprozesse

 

Lernkultur- und Unterrichtsentwicklung in Ganztagsschulen - Rekonstruktionen zur Transformation schulischen Lehrens und Lernens

An je vier Schulen in den drei Bundesländern Berlin, Brandenburg und Rheinland-Pfalz wird kontrastierend untersucht, inwieweit sich im Rahmen neuer ganztägiger Schulangebote die Vermittlungskultur und die Aneignungschancen für Kinder und Jugendliche im Spannungsfeld von Schule und Nicht-Schule verändert. Über eine Bereichs- bzw. Evaluationsforschung im Sinne von Ganztagsschulforschung hinausgehend stehen grundlagentheoretische Fragestellungen im Vordergrund:

  1. schultheoretische nach der Veränderung von Schule als Institution;
  2. unterrichtstheoretische nach der Veränderung von Vermittlungs- und Aneignungsprozessen;
  3. professionstheoretische nach der Veränderung des Lehrerhandelns;
  4. sozialisationstheoretische nach der Veränderung von schulischen Sozialisationsprozessen.

Innerhalb dieses Projekts werden die fachlichen und methodischen Kompetenzen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts für Erziehungswissenschaft der Universität Mainz und des Instituts für Erziehungswissenschaften der Technischen Universität Berlin gebündelt. Das Projekt wird im Rahmen des Investitionsprogramms: Zukunft, Bildung und Betreuung (IZBB) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert.

Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft, JGU:
Univ.-Prof. Dr. Fritz-Ulrich Kolbe †
Dr. Till-Sebastian Idel
Dr. Nils Köbel
Angelika Krause
Sabrina Klais
Christopher Langkabel
Frederic Prozucek
(Isabel Neto Carvalho)

Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft, TU Berlin:
Univ.-Prof. Dr. Sabine Reh
Dr. Kerstin Rabenstein
Dr. Bettina Fritzsche
Doreen Weide
Joachim Scholz
Anne Breuer
Anna Schütz
Jessica Dzegel-Barber
Evelyn Lahr
Christin Göbel-Leube
Julia Steinwand
Ylva Brehler
Julia Labede

Projektlaufzeit:
2005 bis September 2009

> Lern- und Bildungsprozesse

 

Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern in einem naturwissenschaftlichen Schülerlabor und Konsequenzen für die Lehreraus- und Lehrerweiterbildung

Bislang ist noch wenig darüber bekannt, was das Schülerhandeln in einem Schülerlabor anregt, motiviert oder blockiert, welche spezifischen Fertigkeiten und Fähigkeiten im Verlauf eines Vormittages, den eine Schulklasse in einem Schülerlabor verbringt, aufgegriffen und gefördert werden. In Kooperation zwischen Hochschule und Schule wird das Interaktionsgeschehen in den von studentischen Mentorinnen und Mentoren betreuten Schülergruppen theorie- und methodengeleitet auch in Hinblick auf Konsequenzen für die Lehrerausbildung analysiert.

Im Fokus der Beobachtung stehen die Interaktionen, in denen die Schülerinnen und Schüler von sich aus eine Haltung des Verstehen-Wollens einnehmen, in denen Möglichkeiten des Aufbaus von Bedeutsamkeit ausgeschöpft werden oder auch abgewehrt und ausgeblendet bleiben. Dabei soll auch die Rolle der betreuenden Mentorinnen und Mentoren näher betrachtet werden. Das hier beschriebene qualitative Setting soll im Sinne einer Begleitforschung auch flankiert von quantitativen Teilstudien (z. B. Schülerbefragung) in der universitären Lehrerbildung, in der Lehrerweiterbildung und in der schulischen Praxis seine Wirkung entfalten. Zu erwarten ist, dass sich an dem dokumentierten Fallmaterial spezifische Interaktionsmuster und didaktische Interventionsformen kommunizieren lassen, die ansonsten implizit bleiben.

Projektmitarbeiterinnen:
Univ.-Prof. Dr. Carla Schelle
Institut für Erziehungswissenschaft, JGU

Dr. Christa Welschof und Dr. Heike Funk
Schülerlabor

Mareike Ansorge
Studentin

Projektlaufzeit:
ab 2006

> Lern- und Bildungsprozesse

 

Wissenschaftliche Begleitung – Modellversuch "Medienkompetenz macht Schule" des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur in Rheinland-Pfalz

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz hat 2007 mit dem 10-Punkte-Programm "Medienkompetenz macht Schule" ein Projekt ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Medienkompetenz sowohl auf Lehrer- als auch auf Schülerseite zu fördern. Die wissenschaftliche Begleitung der zehn Modellschulen ihm Rahmen des Projekts "Medienkompetenz macht Schule" wird vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Mainz, Arbeitsgruppe Medienpädagogik unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Stefan Aufenanger durchgeführt.

Das Forschungsdesign der Begleitforschung ist von drei Prinzipien geleitet. Zum einen durch die Verbindung formativer und summativer Evaluation, d.h. dass einerseits kontinuierlich Daten erhoben werden, die der schulischen Praxis zur Verfügung gestellt werden (Qualitätssicherung), und zugleich eine Bestandsaufnahme und Bewertung bezüglich des Erreichens der Projektziele am Ende der Projektzeit erfolgt (Qualitätskontrolle).

Mit dem zweiten Prinzip, der Durchführung von Mehrebenenanalysen, soll dem komplexen Untersuchungsgegenstand Rechnung getragen werden. Bei der wissenschaftlichen Begleitung werden folgende Ebenen berücksichtigt: Schule als organisatorische Einheit einschließlich der Schulleitung, dem Lehrerkollegium und dem Schulträger, die beteiligten Lehrpersonen, der konkrete Unterricht, die Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern.

Die Kombination von quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden, der die Begleitforschung als drittes Prinzip unterliegt, erlaubt es sowohl durch standardisierte Erhebungsverfahren repräsentative Stichproben auf Schülerseite zu erhalten, als auch qualitative Verfahren einzubinden, um beispielsweise Unterrichtssituationen zu bewerten.

Die Datenerhebung erfolgt mittels mündlicher Interviews, schriftlicher Befragungen, praktischer Tests zur Medienkompetenz sowie Unterrichtsbeobachtungen mit Hilfe von Videoaufnahmen.

Projektleitung:
Univ.-Prof. Dr. Stefan Aufenanger
Institut für Erziehungswissenschaft, AG Medienpädagogik, JGU

Projektbeteiligte:
Dipl.-Päd. Isabell Tatsch, Dipl.-Päd. Sebastian Arnoldi, Michael Holland-Moritz
Institut für Erziehungswissenschaft, JGU

Projektlaufzeit:
2007-2010

> Lern- und Bildungsprozesse

 

Lerninhalte verständlich, lernorientiert und aktivierend vermitteln: Online lernen anhand von Videopräsentationen (OlaV)

Zu den Zielen universitärer Ausbildung zukünftiger LehrerInnen gehören ganz zentral kommunikative Kompetenzen zur Gestaltung von Lernsituation in der Interaktion mit SchülerInnen. Hochschuldidaktisch ist dies durch einen handlungsorientierten Zugang zu erreichen, in dessen Rahmen die Studierenden die Möglichkeit haben, ihr Lehrverhalten zu explorieren, zu entwickeln und mit Hilfe von Fremd- und Selbstbeobachtung zu reflektieren. Dazu bietet sich an, eine videogestützte Lernumgebung in das Proseminar "Kommunikation und Interaktion" zu implementieren (Pflichtseminar im Studiengang B.Ed.). Sowohl die Präsentation aktivierender Lehrervorträge und lernförderlicher Kommunikation als auch die Fähigkeit zur kritischen Reflexion des eigenen kommunikativen Verhaltens und die nötige Unterstützung der Studierenden sollen im Rahmen eines BMBF-Projekts "Förderung von Vorhaben zur Weiterentwicklung und zum Einsatz von Web 2.0 Technologien in der beruflichen Qualifizierung" untersucht werden.

Ansprechpartner:
Dr. Tatjana Hilbert, Dr. Sabine Fabriz und Univ.-Prof. Dr. Margarete Imhof
Psychologie in den Bildungswissenschaften, JGU

Dr. Hans-Jürgen Schröder
Angewandte Informatik, JGU

Projektlaufzeit:
01/2011-07/2011

> Lern- und Bildungsprozesse

 

PaLerMe – Partizipative Lehr- und Lernprozesse mit digitalen Medien im Unterricht gestalten können. Eine empirische Studie zur mediendidaktischen Kompetenz von Lehrkräften

Der seit Mitte der 1990er Jahre geführte Diskurs um ein verändertes Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Sinne eines konstruktivistisch orientierten Verständnisses vom Wissenserwerb erhält durch die Entwicklungen des Internets hin zum sogenannten "Web 2.0" oder "Mitmachnetz" bedeutsame Impulse. Schlagworte wie Ermöglichung von mehr Austausch, aktive Beteiligung aller potenziell Nutzenden durch Produktion eigener Inhalte sowie vermehrte Kooperation und Interaktion dominieren den Diskurs. Die Chance zur vermehrten Partizipation ist hier das zentrale Stichwort und zugleich die gesellschaftliche und medienpädagogische Herausforderung. Mit den veränderten technologischen Anforderungen durch die Arbeit mit netzbasierten, digitalen Werkzeugen (z.B. Wikis, Weblogs oder Podcasts) ergeben sich zwangsläufig für formale Bildungskontexte wie den schulischen Unterricht neue Anforderungen und Herausforderungen. Bei den heutigen SchülerInnen kann man zumindest von einer hohen Affinität zur Nutzung digitaler Medien ausgehen. Dieses gilt zur Zeit noch nicht für LehrerInnen, die heute aufgefordert sind, ihren Unterricht mit Blick auf Kompetenzorientierung, Individualisierung und lebenslanges Lernen zu gestalten. Für die Erreichung dieser Ansprüche und die Qualitätsverbesserung des eigenen Unterrichts nicht die Potenziale netzbasierter Medien und Werkzeuge mangels medienpädagogischer und vor allem mediendidaktischer Kompetenz zu nutzen, wäre von Seiten der LehrerInnen geradezu fahrlässig. Empirische Untersuchungen zur Integration sogenannter "Web-2.0-Angebote" im Schulunterricht liegen bisher nicht vor, sodass der aktuelle Diskurs stark erfahrungsbasiert und normativ geprägt ist. Das Projekt untersucht grundlegend den Kern der Debatte, indem der Fokus auf partizipative Lehr- und Lernprozesse im schulischen Unterricht mit netzbasierten Werkzeugen und digitalen Medien im Sinne der "Web-2.0-Idee" gelegt wird. Das vorliegende Projekt zielt darauf ab, empirisch fundierte Antworten auf die folgenden Fragen zu geben:

  • Welche Stufen partizipativen Lernens mit digitalen Medien lassen sich in welcher Intensität in der Schule realisieren?
  • Inwiefern sind die unterschiedlichen Grade von Partizipation für den aktiven Lernprozess und den Wissenserwerb der SchülerInnen förderlich?
  • Über welche mediendidaktischen Kompetenzen für die Gestaltung partizipativer Lernprozesse mit digitalen Medien müssen LehrerInnen (mindestens) verfügen?

Hierfür werden im Projekt ausgewählte schulische "best-practice"-Beispiele explorativ untersucht. In einem Nachfolgeprojekt soll einerseits die qualitative Studie weitergeführt und andererseits eine repräsentative, quantitative Untersuchung durchgeführt werden, die den Zusammenhang von partizipativem Lernen mit digitalen Medien/Web 2.0-Angeboten, Wissenserwerb der SchülerInnen und mediendidaktische Kompetenz der LehrerInnen erforscht. Gesamtziel des Projekts ist es, empirisch basierte Empfehlungen für die medienbezogene Lehrerbildung auszusprechen.

Ansprechpartner:
Jun.-Prof. Dr. Kerstin Mayrberger
Institut für Erziehungswissenschaft, JGU

Projektlaufzeit:
2010-2011

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